Vorhersagen für 2014

Vorhersagen für 2014

#13

Das Nieman Journalism Lab veröffentlichte zum Abschluss des Jahres 2013 eine Serie, in der (nach eigener Ausführung) die klügsten Köpfe gebeten wurden, ihre Vorhersage zum Thema „Zukunft des Journalismus“ für 2014 zu machen.

Das Nieman Journalism Lab ist ein Projekt der Nieman Foundation for Journalism (Harvard) und befasst sich mit der Entwicklung des Journalismus im Internetzeitalter.

 

Weitestgehend einig sind sich die 52 befragten Journalisten, Redakteure, Professoren & Co. darüber, dass das Konkurrenzdenken zwischen dem klassischem Journalismus und dem Online Journalismus ad acta gelegt werden kann und stattdessen Wege gefunden werden müssen, wie beide Formen sinnvoll eingesetzt werden können.

Treffend formuliert Miguel Paz, eben jene Fragen, um die sich die meisten Beiträge kreisen: „How can we fund journalism and make it profitable? How can we best do journalism in the digital era, embracing new tools, formats, and business models while bringing technologists to the table?”

Für Juan Antonio Giner ist die klare Antwort darauf eine „day after“ Zeitung – also eine Zeitung, die Geschehnisse vom Vortag zwar durch Hintergrundberichte beleuchtet, den Fokus aber auf hochwertige Reportagen und Inhalte legt, die schon Wochen vorher geplant wurden.

 

Der Umgang mit Big Data, also die Erfassung und methodische Analyse insbesondere von Nutzerdaten, wird ebenfalls als wichtiger Schritt angesehen. So schreibt Adrienne Debigare: „The bottom line is that our future as an industry lies in our ability to tap into the resources and empirical insights that Big Data offers without eroding the trust of our users.”

Aber auch ohne die statistische Auswertung von Big Data spielen Nutzerinformationen, speziell die Ortung der Nutzer, eine wichtige Rolle: Zum Einen, um den Lesern für sie relevante Nachrichten zukommen zu lassen (Sarah Marshall), zum Anderen, um die Authentizität von beispielsweise Bildmaterial besser nachvollziehen zu können (Philip Bump).

 

Die Affäre um den Whistleblower Edward Snowden, der die Überwachung aller Internetnutzer durch den amerikanischen Nachrichtendienst NSA publik machte,  hat das Vertrauen der Nutzer hinsichtlich der Überlassung solch persönlicher Daten geschmälert.

Dan Gillmor hofft aber auf einen positiven Effekt, den die Affäre Snowden auch noch im kommenden Jahr haben könnte. Denn die Vorgehensweise von Glenn Greenwald, der dabei half die Story öffentlich zu machen, zeigt, wie wichtig Kollaboration und Kooperation zwischen Journalisten ist.

 

Ebenso wird ein Schwerpunkt in der Zusammenarbeit beziehungsweise in der Kommunikation mit den Lesern liegen (Staci D. Kramer). “[People want] to be part of the News”, meint Alfred Hermida. Für den Journalisten heißt das, dass er Wege finden muss, falsche von richtigen Informationen, die dieser im Netz findet, zu unterscheiden. Als Beispiel nennt er die Gerüchte und Spekulationen, die nach den Bombenanschlägen beim Boston Marathon durchs Netz gingen (siehe auch Monitoring 3).

 

Wird 2014 das Jahr der Bürgerjournalisten?

Zumindest Justin Auciello sieht das Erstarken des Bürgerjournalismus voraus. Der Gründer der Jersey Shore Hurricane News, denkt dass durch die Verbreitung von Smartphones, neu entwickelte Apps von und für Bürgerjournalisten eine wichtige Rolle neben Facebook & Co. spielen werden und letztendlich, in Kooperation mit etablierten Medien, den Bürgerjournalismus profitabel macht.

 

Ach ja, das journalistische Superereignis des kommenden Jahres steht natürlich schon fest – also, Kameras und Smartphones bereithalten und auf geht es nach … hier

 

Alle Beiträge sind hier nachzulesen.