„Winter Wonderland“: Schneechaos in Amerika

„Winter Wonderland“: Schneechaos in Amerika

#16

Was bietet sich diese Tage besseres an als die Winterstürme auf dem amerikanischen Kontinent zu thematisieren?

Let it snow, let it snow, let it snow

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New York

Nun sind starke Schneestürme, die sogenannten Blizzards, für den amerikanischen Winter keine Seltenheit. Aber gleichwohl außergewöhnlich genug, um jedes Mal eine wahre Flut an Fotos auszulösen, die über diverse Sozialen Netzwerke geteilt werden. Und mit der steten Verbesserung der mobilen Technik, wir sprechen von hochauflösenden Mobiltelefonkameras und besseren Mobilfunkstandards, wächst die Zahl der Nutzer, die sich hieran beteiligen.

Der Twitter-Held des beginnenden Jahres 2014 ist nun der Blizzard Hercules, passend benannt nach dem wohl bekanntesten Halbgott aus der griechischen Mythologie und damit eine sicherlich bessere Namenswahl als Nemo – so hieß der Schneesturm, der im Februar letzten Jahres wütete. Es muss allerdings purer Zufall sein, dass beides Namen von Disneyfiguren sind, gehört der Weather Channel – der laut Sara Morrison irgendwann einfach beschloss Wetterphänomenen einen Namen zu geben – doch zum Konkurrenten NBCUniversal. Übrigens: In Connecticut ist Hercules weiblich und trägt den Namen Bethany.1

 

Baby, it’s cold outside

Toronto
Toronto

Auf die Unmengen Schnee, die Hercules vorbeigebracht hat, folgt nun ein weiteres Wetterphänomen, dass den griechischen Helden von seinem Hashtag-Tron verweist: Die Polarwirbel (#polarvortex). Die Behörden rechnen mit so tiefen Temperaturen, dass vor Frostbeulen gewarnt wird. Und während die Kinder nicht zur Schule und die Erwachsenen nicht zur Arbeit gehen können (in Minnesota wurde wegen Glätte ein Fahrverbot erteilt), bleibt ihnen genügend Zeit, um ihre besten Fotos im Internet zu verbreiten.2 Auch hierbei spielt der Weather Channel wieder eine wichtige Rolle, da Nutzer auf deren Seite ihre Fotos veröffentlichen können. Und spätestens jetzt sollte aufgefallen sein, dass Twitter – allen Unkenrufen zum Trotz – nach wie vor eine große Nutzergemeinde hat. Auch wenn Instagram inzwischen das hauseigene Twitpic abgelöst hat, das seinerzeit Janis Krums zum bekanntesten Bürgerjournalisten machte. Immerhin findet man hier neben interessanten Bildern auch nützliche Tipps. So rät der Lieblingself des Weihnachtsmanns: “Here at the North Pole we are #polarvortex experts! Our advice? Stay inside with your loved ones…and plenty of hot cocoa!” (@elfontheshelf)

Während die USA und Kanada im Schnee versinken oder demnächst in der Eiseskälte erfrieren, lautet die Wetterprognose für Deutschland:

Raindrops keep falling on my head

 

Hier noch einmal die wichtigsten Hashtags:

#blizzard #winterstorm #snowstorm #hercules #bethany #polarvortex

 


1 http://www.thewire.com/national/2014/01/if-you-call-blizzard-hercules-then-weather-channel-has-already-won/356659/#disqus_thread
2 http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article123611102/Minus-51-Grad-Frostbeulen-in-wenigen-Minuten.html

Bilder: “Schnee und Eis in New York und Toronto” von Verena Keller