Verification Handbook – Handbuch für den richtigen Umgang mit Social Media Inhalten

Verification Handbook – Handbuch für den richtigen Umgang mit Social Media Inhalten

#34

Ende Januar hat das European Journalism Center (EJC) das „Verification Handbook“ herausgegeben. Das kostenlose Handbuch, das man momentan online auf der Webseite verificationhandbook.com lesen kann, gibt Hilfestellung und Tipps für den Umgang mit User Generated Content. Abgerundet wird dies durch reale (sehr aktuelle) Fallbeispiele, an denen dem Leser veranschaulicht wird, wie in beschriebenen Fällen die Authentizität von Bild- oder Videomaterial bestimmt werden konnte.

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An den zehn Kapiteln beteiligten sich viele Experten – u.a. von BBC, Amnesty International oder Storyful – die hier aus aus ihrer Arbeitspraxis berichten konnten. Dadurch ist das Handbuch sehr lesbar geraten und kann dabei auch als Aufklärungshandbuch in Sachen Social Media angesehen werden.

 

“If Your Mother Says She Loves You, Check It Out”

Dieses unter amerikanischen Journalisten weit verbreitete Sprichwort deutet auf die Grundlage jeder journalistischen Arbeit: Jede Story erst hinterfragen bevor man damit an die Öffentlichkeit geht. In der heutigen Zeit, in der sich Nachrichten in Windeseile in sozialen Netzwerken verbreiten, ist eine schnelle und dennoch akkurate Überprüfung notwendig.

Natürlich war dies schon immmer der Fall. Steve Buttry erzählt von seinen Erfahrungen bei der Befragung eines ehemaligen High School Frauen-Basketball Teams, das die Meisterschaft gewonnen hatte. Die enthusiastischen Aussagen spiegelten letztendlich nicht das wieder, was er auf einem Video des Spiels sehen konnte. Was nicht heißen soll, dass die Augenzeugen vorsätzlich gelogen hätten. Man sollte nur immer im Kopf behalten, dass Erinnerungen subjektiv sind und sich mit der Zeit verändern können.

Als weiteres Beispiel nennt Buttry das Minen-Unglück in Sago 2006. Gouverneur Joe Manchin, dem man von Amts wegen her wohl eher als verlässliche Quelle einstufen würde, machte damals vor Reportern die Aussage, dass zwölf von dreizehn Minenarbeitern gerettet werden konnten – leider war genau das Gegenteil der Fall.

 

Handelt es sich bei der Nachrichten-Quelle um ein Video oder ein Foto, lautet die Vorgehensweise, so sagt Claire Wardle: “Provenance”, “Source”, “Date” und “Location”. Das heißt:

  1. Ursprung: Authentizität des Materials überprüfen
  2. Quelle: Urheber ausfindig machen
  3. Zeitangabe: Klären wann Material erstellt wurde
  4. Ort: Klären wo Material erstellt wurde

Wer sich insbesondere für dies Vorgehensweise interessiert, aber keine Lust hat das ganze Handbuch zu lesen, der sei auf das neunte Kapitel verwiesen. Hier haben Craig Silverman und Rina Tsubaki das Wichtigste in einer Checkliste zusammengestellt.

Und auch für diejenigen, die sich mit der Materie bereits auskennen, könnte zumindest das letzte Kapitekl von Interesse sein. Hier finden sich die wichtigsten, im Buch erwähnten, Werkzeuge die zur Zeit online verfügbar sind als Link.

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Eine Printversion sowie EBook und PDF von “Verification Handbook – A Definitive Guide to Verifying Digital Content for Emergency Coverage” sollen demnächst erscheinen.

 

 


Bild: Copyright EJC

 

 

Weiterer Lesetipp:

Auch in unserem offiziellen SellNews-Handbuch finden sich wertvolle Tipps für den angehenden mobilen Reporter bzw. die angehende mobile Reporterin. Hier finden sich u.a. Anleitungen für die Erstellung guter Fotos oder es wird die Frage beantwortet, was man beim Ablichten einer Dritten Person bedenken sollte.

 

“Das offizielle SellNews-Handbuch” findet ihr in der

HTML-Version unter folgendem Link – oder hier als Handbuch.pdf