Fotografie die durch den Magen geht

Fotografie die durch den Magen geht

#45

Haben Sie schon einmal von „Food Porn“ gehört? Auf den ersten Blick scheint der Begriff mehr in den Erfolgsbestseller Shades of Grey zu passen statt in einen Blog, der sich mit mobiler Fotografie beschäftigt. Und dennoch: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie sowohl zu den Konsumenten wie auch Produzenten des „Food Porn“ zählen.

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Die englische Version von Wikipedia beschreibt diesen als „often takes form of food photography and styling that presents food provocatively“. Doch vergisst diese recht professionelle Sicht auf das Phänomen die Masse an mobilen Fotografen, die ihre Speisen im Restaurant aufnehmen und gleich ins Netz stellen. Dienste wie Twitter, Facebook, Tumblr oder Instagram bieten die richtige Plattform, um seine Freunde und Bekannten mit den gerade in Angriff genommenen Schlemmereien neidisch zu machen.

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Ob Seiten wie AirlineMeals auch noch in die Kategorie zu zählen sind? Hier können Passagiere von Fluglinien Fotos ihrer Mahlzeiten veröffentlichen. Wenn es sich dabei nicht gerade um das Angebot der First Class handelt, steckt hier wohl mehr Food als Porn drin. Zumindest bietet sich hier aber eine Möglichkeit für Vielflieger, mit kulinarischem Anspruch, nach dem besten Anbieter zu suchen.

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In den Hochburgen der Haute Cuisine sieht man Touristen, die statt zu essen lieber erst Fotos schießen, inzwischen ungern. Rocco Iannone, Chefkoch des Pappacarbone an der italienischen Amalfi Küste, verbietet inzwischen das Fotografieren seiner “Werke”. Ebenso haben einige Restaurants in Frankreich, hierunter das La Grenouillere, ein Verbot erteilt. Das Gros der Restaurants wird sicherlich weiterhin keine Einwände haben, wenn jemand ein Foto von dem servierten Essen schießt. Zumal dies auch immer eine kostenlose Werbung darstellt. Im Zweifelsfall kann man ja auch vor Ort fragen, ob es Einwände gibt.

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Damit das gemachte Bild dem dargebotenen Essen auch alle Ehre macht, sollten einige Dinge beachtet werden. Soweit Makroaufnahmen möglich sind, bieten sich diese oft an, um den Teller von der Nähe zu fotografieren. Bei Smartphones hingegen sollte man statt dem Vollautomatik-Modus, manuelle Änderungn vornehmen. Dabei sind die Verschlusszeit, Weißabgleich und Belichtung zu beachten.
Vor allem in dunklen Räumen, z.B. einem abendlichen Diner, wird der Blitz gerne benutzt. Doch wird hierdurch das Bild oft fahl, so dass ein natürliche Lichtquelle (vielleicht kurz die Kerzen der Nachbartische borgen) die bessere Lösung bietet.



siehe auch
http://www.thedailybeast.com/articles/2014/03/26/the-problem-with-food-porn-tourism.html
http://www.grazia-magazin.de/lifestyle/5-tipps-fuer-das-perfekte-smartphone-food-foto-9850.html
http://www.airlinemeals.net/index.php
http://en.wikipedia.org/wiki/Food_porn

Bilder: “Eine Auswahl meiner Mahlzeiten der letzten Monate” – von Rosemarie Kerschreiter