Making of: Der Bullet Time™ Effekt

Making of: Der Bullet Time™ Effekt

#66

Wahrscheinlich denken die meisten Menschen, fragt man sie nach einer Filmszene aus Matrix, an die Stelle, in der Neo (gespielt von Keanu Reeves) auf dem Dach eines Hochhauses den herannahenden Pistolenkugeln seines Gegners problemlos ausweicht. Der Effekt, der wie eine Zeitlupenaufnahme wirkt, nennt sich Bullet Time und ist inzwischen ein oft eingesetztes Stilmittel im Film. (Siehe hier >)

Die Geschichte dieses Effekt-Konzepts beginnt aber schon früher, wenn auch nur in Form eines japanischen Zeichentricks aus dem Jahr 1967. Es war aber die bekannte Filmszene des Sci-Fi-Klassikers Matrix, der zu seinem Erfolg beitrug. Der Begriff Bullet Time wurde von Warner Bros., der Produktionsfirma hinter Matrix, sogar als Warenzeichen eingetragen.

Der Bullet Time Effekt hat verschiedene Ausprägungen. Oft wird dem Zuschauer der Eindruck einer Kamerafahrt um ein Objekt herum vorgegaukelt um ein Objekt, welches scheinbar in der Zeit eingefroren ist. In Wahrheit aber, kommen mehrere Kameras, die aneinandergereiht stehen, zum Einsatz. Um letztendlich den gewünschten Effekt zu sehen, müssen die einzelnen Aufnahmen dann an einem Computer nachbearbeitet werden.

Mit einem zur damaligen Zeit (1999) erheblichen Budget von 63 Mio. US-Dollar konnten es sich die Produzenten von Matrix leisten, genannten Effekt großzügig einzusetzen. Der zuständige Visual-Effects-Supervisor John Gaeta nutzte hierfür 122 Einzelbildkameras und zwei Bewegtbildkameras.

Dank der technologischen Weiterentwicklung und immer günstigerer Kameras, ist es inzwischen auch mit kleinerem Budget möglich, den Bullet Time Effekt für sich zu nutzen.

Beispiele:
Canon Schweiz produzierte für die Sendung Sommer-Challenge einen Bullet Time Shot mithilfe von 50 Canon EOS-1DX.

Um einiges günstiger dürfte der von einem Hunde-Zahnbürstenhersteller gesponserte Clip sein, für den 52 GoPro Kameras benutzt wurden. Der fertige Film ist nicht nur für Hunde-Liebhaber sehenswert.

Der Filmemacher Paul Trillo hat auf einem selbstgebauten “Lumia Arc of Wonder” 50 Nokia Lumia 1020 befestigt um folgende Variante des Bullet Time Effekts zu kreieren. Leider bekommt man davon leicht einen Drehwurm.