Gern genutzt, selten bezahlt: Studie zur Nutzung von Amateur Fotos in den Nachrichten

Gern genutzt, selten bezahlt: Studie zur Nutzung von Amateur Fotos in den Nachrichten

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Eines vorweg: Der Begriff „Amateur Fotos“ steht hier stellvertretend für den englischen Begriff user-generated content (kurz: UGC), das jede Art von Inhalt, die Internetnutzer online zur Verfügung stellen, sein kann.

 

Studie zur Nutzung von user-gnerated content

Das Tow Center for Digital Journalism (Columbia University) hat eine umfassende Studie veröffentlicht, die den Umgang der Medien mit user-generated content behandelt. Die Studie mit dem Titel „Amateur Footage: A global study of user-generated content in TV and online news output” stammt von Claire Wardle, Sam Dubberley und Pete Brown und wurde durch qualitative wie quantitative Methoden gesichert.

Obwohl die Leserschaft für die knapp 150 Seiten vor allem aus dem Bereich Medien stammen dürfte, sind die Ergebnisse sicherlich auch für alle Internetnutzer von Interesse, die eigene Fotos oder Videos ins Netz hochladen und vielleicht mit der Idee gespielt haben, mit diesen auch Geld zu verdienen.

 

Was haben die Forscher herausgefunden?

Zusammenfassend kann man sagen, dass Fotos und Videos, die von medienfernen Personen erstellt worden sind, täglich in den Nachricht zum Einsatz kommen. In der Regal dann, wenn sie die einzig vorhandene Bildquelle darstellen. Dennoch werden nur 72% der genutzten Inhalte als UGC gekennzeichnet.

 

Vom Wert der Bilder

„There’s a Wild West attitude about getting stuff off the internet” – so beschreiben die Forscher den offensichtlichen Umgang mit Fotos und Videos, die im Internet gefunden wurden. Obwohl selbstverständlich bekannt sei, dass man die Genehmigung des Rechteinhabers einholen muss, gerät dies in Hinblick auf eine schnelle Berichterstattung oft in den Hintergrund.

Ebenso bestätigten viele der Interviewten, dass selbst dann, wenn erfolgreich Kontakt mit dem Rechteinhaber aufgenommen wurde, diese nur selten bezahlt werden. Angeblich würde i.d.R. nur einer von zehn Nutzern Geld verlangen, während es den restlichen Neun vor allem um einen Urheberrechtshinweis ginge.

Übereinstimmend herrschte die Meinung, dass Fotos oder Videos, die in einem sozialen Netzwerk veröffentlicht wurden, keinen Wert mehr für Nachrichtenorganisation darstellten, da diesen die Exklusivität fehle.

 

Empfehlung

Da user-generated content (obwohl der Begriff unbeliebt ist, gibt es nach wie vor keinen besseren) aus den Nachrichten nicht mehr wegzudenken ist, schlagen die Autoren der Studie vor, dass sich Nachrichtenorganisationen aktiv mit der Thematik befassen. Wichtig sei es Richtlinien zu schaffen, die den Umgang mit Amateur Material regeln. Denn die Zahl der Nutzer, die um ihr Urheberrecht wissen und davon Gebrauch machen, wird in Zukunft steigen.

 


Die sehr lesbare Studie findet sich unter folgendem Link:
Amateur Footage: A global study of user-generated content in TV and online news output
Ebenso bietet Mathew Ingram einen kurze Zusammenfassung:
Media outlets love to use citizen journalism, but don’t like to say where they got it or how