Fotogene Bauwerke: Die schönsten WM Stadien in Brasilien

Fotogene Bauwerke: Die schönsten WM Stadien in Brasilien

#70

Gebäude richtig fotografieren

Gewöhnlich steht man, möchte man ein größeres Bauwerk fotografieren, vor demselben Problem: Wie fängt man seine volle Pracht mit einem einzigen Bild ein. In Innenstädten, wo sich Gebäude eng aneinander reihen, sind stürzende Linien meist das ungewollte Ergebnis. Dann bleibt nur noch die Nachbearbeitung am PC oder durch Smartphone Apps, die speziell dieses Problem korrigieren. Oder man setzt gleich den Effekt für sich ein und spielt gezielt damit.

Obwohl die Stadien der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien nicht in direkter Nachbarschaft zu anderen Gebäuden stehen, ist auch hier die Vorgehensweise zu bedenken, will man diese in ihrer Gesamtheit fotografieren.

Bei Nutzung einer Smartphone Kamera hilft in erster Linie nur Abstand zum Objekt zu halten, während Nutzer von Digitalkameras mit einem Weitwinkelobjektiv gut beraten sind. Für diejenigen, die hauptsächlich Architekturfotografie betreiben, könnte die Anschaffung eines Tilt-und-Shift-Objektivs interessant sein, was allerdings nicht günstig ist.

Ein weiteres Problem, das den ein oder anderen stören dürfte, sind Mitmenschen, die sich vor der Linse aufhalten. Ist man nah genug dran, kann man diese natürlich darum bitten, einen Moment aus dem Weg zu gehen – hat man sich für eine bessere Perspektive allerdings in weiter Ferne postiert, hilft oft nur Geduld. Für die meisten Fotografen gilt die Regel für eine klare Sicht: Früh aufstehen!

Moderne Stadionarchitektur zeichnet sich vor allem durch raffinierte Beleuchtungstechnik aus. Das hat zur Folge, dass das Bauwerk erst in Betrieb – also, während eines Spiels – seine volle Pracht entfaltet. Und das wiederum nur, wenn es bereits dunkel ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Allianz-Arena in München.
Um hiervon ein tolles Foto zu machen, sollte man sich über aktuelle Termine informieren und bei Dunkelheit natürlich die richtigen ISO- und Blendwerte wählen. Auch hier ist Geduld gefragt.
Bei den meisten Smartphones ist eine manuelle Einstellung der Kameraoptionen nicht vorgesehen, vor allem im hochpreisigen Segment gelingen Nachtaufnahmen dennoch recht gut.

 

Architektonische Hightlights der Fußball-WM

Aber welches WM-Stadion ist es nun wert, es zu fotografieren? Die Antwort hierzu fällt natürlich vollkommen subjektiv aus. In diesem Jahr stehen zwölf Stadien zur Verfügung, von denen mit wenigen Ausnahmen der Großteil entlang der Küstenlinie Brasiliens gelegen ist.

Das am weitesten von allen anderen Spielorten gelegene Manaus beherbergt vielleicht das schönste Stadion der WM, die Arena da Amazônia. Der Neubau erinnert ein wenig an die bereits erwähnte Allianz-Arena und wurde sogar von einem deutschen Architekturbüro entworfen.

Arena_Amazonia

Das im Süden des Landes gelegene Estádio Beira-Rio in Porto Alegre erinnert entfernt an einen Mühlsteinkragen. Die weite Grünfläche daneben sowie Wolkenkratzer bieten einen ansehnlichen Hintergrund.

©2014_Gabriel_Heusi

Sehr futuristisch wirkt der Komplex in Natal. Die asymmetrische Bauweise der Arena das Dunas soll dazu beitragen, dass Zuschauer von direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind, dennoch die erfrischende Meerbrise zu spüren bekommen. Die breitflächigen weißen Außenflächen machen das Bauwerk zu einem dominanten Blickfang der Stadt.

Dunes_Arena_closer

Das WM-Finale wird nicht in der brasilianischen Hauptstadt stattfinden, sondern im Estádio do Maracanã. Vor allem seine Lage im Ferienparadies Rio de Janeiro macht das Stadion mit Blick auf den Zuckerhut zu einem Foto-Hotspot.

800px-Maracanã_Stadium_in_Rio_de_Janeiro

 


Fotos:
Arena da Amazônia – Copa2014.gov.br – CC BY 3.0 BR
Estádio Beira-Rio – Portal da Copa – CC BY 3.0 BR
Arena das Dunas – Copa2014.gov.br – CC BY-SA 3.0
Estádio do Maracanã – Arthur Boppré – CC BY 2.0