Not welcome! Schwere Zeiten für Paparazzi

Not welcome! Schwere Zeiten für Paparazzi

#74

Sie lauern hinter Büschen oder verfolgen das Objekt ihrer Begierde in Verfolgungsjagd-ähnlicher Manier durch die Stadt – so das populäre von Paparazzi. Dabei war die Beziehung zwischen Stars und Paparazzi schon immer ambivalent, können die einen doch nicht ganz auf die anderen verzichten.

Die kroatische Fußballnationalmannschaft hätte wohl nur zu gerne auf sie verzichtet. Denn wenige Tage nach dem Eröffnungspiel der WM 2014 in Brasilien veröffentlichte die kroatische Tageszeitung 24 sata Fotos der Jungs, wie sie nackt am Pool entspannten. Anscheinend war es zwei Fotografen gelungen das Quartier der Balkan-Kicker im Tivoli Eco Resort bei Praia do Forte auszuspähen. Entsetzt über die Bilder weigerte sich die Mannschaft danach mit der Presse zu reden.

pzAuch die Stars in Hollywood gehen inzwischen auf die Barrikaden und weigern sich mit Pressevertretern derjenigen Medienhäuser zu reden, die unerlaubte Paparazzi-Fotos von Promikindern veröffentlichen. Anführer der „no kids policy“ sind das Schauspielerpaar Kristin Bell und Dax Shepard, die seit der Geburt ihres ersten Kindes mobil gegen die ungeliebten Paparazzi machen. Unterstützt werden sie hierbei von Stars wie Jennifer Aniston, aber auch von Publikationen, die eingewilligt haben, Fotos von Promikindern nur noch mit Erlaubnis der Eltern zu veröffentlichen.

Ebenfalls erfolgreich war Halle Berry mit ihrem persönlichen Einsatz für das Gesetz zum Schutz von Promikindern. Seit dem 1. Januar 2014 müssen Paparazzi in Kalifornien mit einer hohen Strafe rechnen, wird ein Kind aufgrund der Popularität seiner Eltern von diesen zu sehr belästigt. Allerdings verbietet die „Senate Bill 606“ nicht das Fotografieren an sich.

Bei so viel Gegenwind können einem die Paparazzi schon fast leidtun. Schließlich werden sie nicht nur von meuternden Prominenten bedrängt, sondern inzwischen müssen sie sich den Markt auch mit Hobby-Fotografen teilen, die mit ihren Smartphone-Kameras oft näher am Geschehen sind.

Wer trotz allem Paparazzo werden will, der muss vor allem Geduld mitbringen. Gerade in Deutschland, wo die Promidichte geringer als in Hollywood ist, ist sehr viel Glück gefragt, um den Big Shot zu machen. Wenn dieser aber gelingt, dann kann der hohe finanzielle Gewinn schnell darüber hinweg helfen. So soll das Foto vom ersten gemeinsamen Urlaub von Angelina Jolie und Brad Pitt eine Millionen Dollar wert gewesen sein. Der Marktwert der Bilder richtet sich dabei nach dem Bekanntheitsgrad, aber auch der Exklusivität. Angeblich bezahlt Reality-Queen Kim Kardashian Paparazzi, damit diese überhaupt noch Fotos von ihr machen.

Lesetipp: Je schlechter, desto besser
 
Foto: Paparazzi – David Shankbone CC BY-SA 3.0