Nach Google sind nun auch Kamerawagen von Nokia in Deutschland unterwegs

Nach Google sind nun auch Kamerawagen von Nokia in Deutschland unterwegs

#75

Von Juni bis Juli sind Nokias Kamerawagen in Frankfurt am Main und anderen deutschen Städten unterwegs. Wie bereits Google möchte Nokia so seinen Kartendienst Here Maps um 360-Grad-Straßenansichten erweitern.

Google_Street_View_Car_in_Girraween

Nokia Here
Here Maps lautet der Name von Nokias Navigationsdienst. Er ist in den meisten Smartphones des Herstellers vorinstalliert und im Gegensatz zu Google Maps auch ohne Internetverbindung nutzbar.
Was in der Tat das Hauptargument für den Kauf eines Handys des angeschlagenen Konzerns, der nun zu Microsoft gehört, darstellt. Microsoft selbst schickte für seinen Dienst Bing Maps zwischen 2011 und 2012 Wagen auf Fotoreise. Vor allem im Süden Deutschlands entstanden Aufnahmen, die unter dem Namen Streetside veröffentlicht wurden. Kurze Zeit später ging der Dienst jedoch wieder offline.

Der Vorreiter
Das 2007 ins Leben gerufene Street View ist ein Zusatzdienst der sehr populären Google Maps. Die mit Spezialkameras ausgestatteten Google-Fahrzeuge (und gelegentlich Fahrräder) sind seitdem auch international unterwegs, um 360-Grad-Panoramabilder zu erstellen. Hierbei kommen acht Kameras zum Einsatz, eine neunte ist gen Himmel gerichtet.

Kontroverse
In Deutschland zeigten sich Hausbesitzer, deren Häuser von Googles Fahrzeugen seit 2008 fotografiert wurden, weniger begeistert. Erst nachdem der US-Konzern den Forderungen von den Datenschutzbehörden nachkam, wurden 2010 zum ersten Mal deutsche Straßen auf Google Street View gezeigt.

Von Unfällen und Photobombs
Obwohl die Fahrzeuge mit ihren am Dach montierten Kameras sehr auffällig sind, scheint ein Großteil der Bevölkerung sich dieser nicht bewusst zu sein bzw. zu spät auf sie aufmerksam zu werden. Im Internet kursieren daher seit der Einführung von Google Street View unzählige lustige Bilder. Auch die Fahrer der Google-Autos selbst bekommen dabei ab und an ihr Fett weg, sei es, weil Bilder zu sehen sind, wie diese von einer Polizeistreife angehalten werden, oder versehentlich ein Rehkitz umfahren.
Es gibt allerdings auch Menschen, die die vorbeifahrenden Google Street View Autos mit Absicht aufs Korn nehmen. So zum Beispiel zwei in Taucherausrüstung gekleidete Männer, die dem Wagen mit Harpunen hinterher jagen.
Wem die Idee gefällt sich auf die ein oder andere Weise in Nokias Kartendienst zu verewigen, der sollte im Juli folgende Städte besuchen: Baden-Baden, Berlin, Darmstadt, Frankfurt, Hanau, Kassel, Mainz, Mannheim, Offenbach am Main, Pforzheim, Reutlingen, Saarbrücken, Stuttgart, Tübingen, Wiesbaden. Vielleicht fährt ja gerade ein Nokia Fahrzeug vorbei.

Foto: Kingbob86 via Flickr – CC BY 2.0