Das Fotografieren von fremden Hunden

Das Fotografieren von fremden Hunden

#85

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“, lautet das bekannte Bonmont von Loriot. Und seine Liebe zu dieser kurzschnäuzigen Hunderasse wird seit der jüngsten Vergangenheit von einer wachsenden Zahl von Menschen geteilt. Der Mops ist „in“ – was wohl auch seinem markantem Äußeren zu verdanken ist.

 

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Ein Münchner Mops

In Deutschland heißt der berühmtesten Vertreter seiner Art Sir Henry. Dieser lebt mit seinem Frauchen Uschi Ackermann in München und ist Buchautor (Hier schreibt der Mops), Taschendesigner und Tierschützer. Sogar Deutschlands bekanntester Fruchtgummihersteller widmet Sir Henry, in Kooperation mit Herrchen Gert Käfer, ein eigenes Produkt.

Das alles ist für einen Blog, der sich mit dem Thema Fotografie befasst, natürlich wenig spannend. Interessant ist hingegen das Ergebnis des Gerichtsprozess, den Sir Henry, vertreten durch Uschi Ackermann, im Juni 2013 verlor und damit gleichzeitig die Frage aufwarf/klärte, ob man einen fremden Hund fotografieren darf.

 

Sir Henry gegen den Rest der Welt

Die Merkur Marketing Service GmbH veröffentlichte 2011 den Kalender Hundeblicke, dessen Titelbild – und Dezemberbild – Sir Henrys Konterfei zierte. Das Bild entstand während eines Fotoshootings mit Fotografin Jorinde Gersina, die für den Burda Verlag Hunde von Prominenten fotografierte.
Die Verwendung des Fotos von Sir Henry für den Kalender geschah, nach Uschi Ackermanns Aussage, ohne vorherige Zustimmung. Daher reichte sie Klage auf Unterlassung ein und forderte zudem Schadensersatz.

Auch in zweiter Instanz wurde der Anspruch der Hundebesitzerin zurückgewiesen. Denn eine Eigentumsverletzung sei nicht zu erkennen. Weder das Fotografieren noch das Veröffentlichen des Fotos würden die „Nutzung der Sache“ beeinträchtigen.

 

Fazit
Auch wenn dies für die Ohren von Hundefreunden unschön klingt: Nach dem deutschen Gesetz gelten Hunde nun einmal als Sache. Und sofern durch den Akt des Fotografierens oder Veröffentlichung kein nachweisbarer Schaden zustande kommt, ist die Aufnahme erlaubt.

Aber auch wenn rechtlich nicht nötig, verhindert das Bitten um Erlaubnis so manch einen unnötigen Konflikt.

 


Foto: 4028mdk09 – CC BY-SA 3.0

 

Zum Nachlesen: Mops scheitert mit Schadensersatzklage wegen Bildnisveröffentlichung und Keine Eigentumsverletzung bei unerlaubtem Fotografieren eines Hundes …

 

*Dieser Artikel soll lediglich als Hinweis dienen und ersetzt keine Rechtsberatung.