Henry Jacobson – Ein Künstler der Generation iPhone

#86

Gerade hat LENS (The New York Times) ein kurzes, aber sehr vergnügliches Interview mit Jeff Jacobson und seinem Sohn Henry veröffentlicht. Es ist gleichzeitig ein Dialog zwischen alter und neuer Fotoschule, in Gänze nachzulesen hier.

Henry Jacobson gehört zu einer neuen Garde von Fotokünstlern, die das Medium Smartphone für sich entdeckt haben und deren Eigenheiten gezielt in ihr Werk einfließen lassen. Drei Jahre lang reiste Jacobson wie ein moderner Nomade durch die Welt. In dieser Zeit nutzte er sein iPhone, um damit zu fotografieren und seine Bilder als Botschaft an Freunde und Familie zu senden. Hierzu schreibt der Fotograf „This synergy of photography and communication, through the use of mobile technology, is changing our understanding of the medium from a frozen moment to a visual interaction between individuals. This work is the result of my attempts to connect with the people and the environments that replaced my concept of home.”

Doch nicht nur das Medium iPhone als Bildnehmer zeichnet Jacobson als Künstler der Moderne aus, sondern auch die Art und Weise, wie er letztendlich sein Werke unter die Leute brachte. Ende 2013 publizierte Daylight Books die Monografie Postcards Home – mit finanzieller Unterstützung durch Menschen, die auf einer Crowdfunding Plattform für das Buchprojekt spendeten.

 

 

Momentan werden Henry Jacobsons Bilder in The Center for Photography at Woodstock ausgestellt. Die Ausstellung mit dem Titel The space between: Redefining public and personal smartphone photography hat er selbst kuratiert und Fotografien von Laura El-Tantawy, Chip Litherland und Mark Peterson mit aufgenommen.
“The Space Between brings together a collection of images, photographic messages that represent a group of photographers whose use of smartphone photography reflects a conscious entry into the socially networked, shared simulacrum of reality. They move beyond the parameters of traditional photography and reposition the work within a broader socio-cultural dialogue.”

In dem LENS-Interview fragt der Interviewer James Estrin (!) dann auch den älteren Jacobson, ebenfalls bekannter Photojournalist, ob er denn Instagram nutze, was dieser mit einem „Noch nicht“ verneint. Sohn Henry wird da konkreter: „Sein Telefon ist aus dem Jahr 1987.“ Die zwei iPhones, die er seinem Vater bisher geschenkt habe, sind zu Hause. Allerdings ist das kein Ausdruck von Jeff Jacobsons Ablehnung neuer technischer Entwicklungen – sein Sohn sei einfach besser in der iPhoneografie.