Fotografie weltweit: Andere Länder, andere …

Fotografie weltweit: Andere Länder, andere …

#102

 

… Vorlieben

So sehen sich junge Saudis dreimal so oft Videos über das amerikanische Videoportal YouTube an, verglichen mit den Nutzern aus den USA. Besonders beliebt waren in diesem Jahr selbstgedrehte Videos des populären „Pinguin-Tanzes“. (Siehe #54)

 

… Nutzungsweise

In Kuwait erfreut sich die, zum Facebook-Konzern gehörende, Applikation Instagram sehr großer Beliebtheit. Der Grund hierfür ist aber nicht die große Leidenschaft an der Fotografie. Findige Geschäftsleute haben die Foto-Community als Verkaufsplattform für allerlei Produkte für sich entdeckt. Sehr praktisch, denn die Bedienung ist leichter als bei einem Online Shop-System und preiswerter als der Verkauf über Ebay.

 

… Rechtssprechung

Zu einem ernsthaften Problem kann es hingegen kommen, wenn andere Menschen auf den Aufnahmen zu sehen sind. Zumindest in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Mitte diese Jahres sorgte ein Fall für Schlagzeilen, in dem ein Mann wegen einer Straftat auf Instagram ins Gefängnis kam. Diese bestand darin, dass er ein 15-sekündiges Video eines Freundes und dessen Familie online veröffentlichte. Es zeigte die Familie beim Schlafen und war, so die Aussage, als Witz gedacht.
Fotografen sind daher gut beraten, die Gesetze des Landes noch strenger zu beachten als beispielsweise in Deutschland. Die Telekommunikationsbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate weist die Nutzer von Sozialen Netzwerken explizit darauf hin, dass Fotos und Videos auf denen andere Personen zu sehen sind, nur mit deren Einwilligung gepostet werden dürfen. Auch das Markieren von Gesichtern ist ohne vorherige Erlaubnis illegal.

 

… Geschmäcker

Nun trägt der Angeklagte im vorangegangenen Fall selbst Schuld an seiner Lage. Die Fotografen Khailil Imami und Abbas Alipour aus dem Iran machten sich hingegen „nur“ der freien Meinungsäußerung schuldig. Und wer nun glaubt, es handele sich bei den Beiden um Kritiker des herrschenden Systems, der irrt.
In der wöchentliche Publikation Taban schrieb Imami über den Fotoband „Qazvin, the Land of Times Past“ (engl. Titel), dass die abgebildeten Fotos künstlerisch nicht Anspruchsvoll seien. Als der Künstler selbst – unter einem Pseudonym – die Kritik als beleidigend kommentierte, verteidigte Abbas Alipour den Autor. Unter normalen Umständen würde jeder diese kurze Online-Diskussion ad acta legen. Nun handelte es sich bei dem Künstler aber um Mohammad-Ali Hazrati, dem Vorsitzenden der lokalen Kulturerbeorganisation und zugleich Berater des Gouverneurs. Er klagte erfolgreich gegen die beiden Fotografen, die in zu je 50 und 25 Peitschenhiebe verurteilt wurden.

 

Foto: Rigobert Bonne [Public domain], via Wikimedia Commons