Paris bevorzugt Liebes-Selfies statt Liebes-Schlösser

Paris bevorzugt Liebes-Selfies statt Liebes-Schlösser

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Paris, die Stadt der Liebenden, hat ein echtes Problem mit den vielen Liebesbeweisen, die Paare vor Ort als Symbol ihrer ewigen Liebe hinterlassen. Konkret sind es die seit einigen Jahren populären Liebesschlösser, die als Bedrohung wahrgenommen werden.

Über die Herkunft des Brauchs ist wenig bekannt. Laut Wikipedia könnte die Idee, Vorhängeschlösser als symbolische Artefakte an Brücken zu befestigen, in Italien entstanden sein, und von hier die Herzen vieler Romantiker gewonnen haben. In Deutschland ist die Hohenzollernbrücke in Köln ein sehr beliebtes Ziel und in Frankreich kann man die Ponts des Arts hinter den vielen Schlössern kaum noch erkennen.
Nun ist kürzlich ein Teil des Geländers zusammengebrochen, was die Pariser Stadtverwaltung zu schnellem Handeln bewegte, und allgemein die Frage aufwarf, ob der Brauch ein Risiko für die Statik der betroffenen Bauwerke ist.

 

Liebesschlösser_an_der_Pont_Neuf_Paris.jpeg

 

In Paris wurden aufgrund des Vorfalls kurzzeitig mehrere Brücken abgesperrt. Da ein Verbot langfristig keine Lösung ist und man natürlich auch auf die vielen Touristen zugehen möchte, hat sich die Stadt die Kampagne „Stop Aux Cadenas“ (Liebe ohne Schlösser) ausgedacht.
So befinden sich auf dem Weg vor der Ponts des Arts Verbotsschilder und die Bitte, lieber ein Selfie zu machen als ein Liebesschloss zu befestigen.

Wer sein Liebes-Selfie öffentlich teilt und den Hashtag #LOVEWITHOUTLOCKS hinzufügt, kann dieses dann auf der Webseite lovewithoutlocks.paris.fr sehen. Bislang findet man hier knapp 500 Selfies von Paaren aus aller Welt, die ihren Liebesurlaub in Paris verbracht haben.

Vermutlich werden die Liebes-Selfies die Liebesschlösser nicht endgültig vertreiben können. Und das obwohl die digitalen Liebesbeweise vermutlich länger existieren werden als die meisten Beziehungen.

 

Fotos: http://lovewithoutlocks.paris.fr/# und Schnuffi1997 at German Wikipedia [CC-BY-SA-3.0-de, CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons