Keine Fotos mehr in US-Nationalparks?

Keine Fotos mehr in US-Nationalparks?

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Für viele Fotografen, unabhängig welcher Stilrichtung, ist Ansel Adams (1902-1984) die Ikone schlechthin. Und das nicht nur wegen seinen beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, die in den vielen amerikanischen Nationalparks entstanden, sondern auch wegen seiner Theorie zur Fotografie.

Zeit seines Lebens setzte Adams sich mit Hilfe seiner Arbeit gleichfalls für den Naturschutz ein, wofür er vom National Park Service mit dem “Conservation Service Award” ausgezeichnet wurde.

 

Trotz der Verdienste des Fotografen für den Naturschutz, wird es Fotografen heutzutage schwer gemacht, auf den Spuren Ansel Adams zu wandern. Ungeachtet der meist respektvollen Beziehung, die Landschafts- und Naturfotografen zu ihrer Umwelt haben, scheinen sie inzwischen als Ärgernis betrachtet zu werden.

Anders lässt sich nicht erklären, warum der U.S. Forest Service (USFS) alle Foto- und Videografen, die ihre Aufnahmen kommerziell verwerten wollen, zur Kasse bitten will, oder besser gesagt, wollte, denn der Gegenwind aus allen Richtungen hat zu einem Umdenken geführt.

 

Die „neue“ Regelung gibt es schon seit vier Jahren, aber erst jetzt wird sie offiziell umgesetzt. Allerdings hat ein Artikel hierüber in „The Oregonian“ nicht nur in der US-Fotocommunity für viel Aufmerksamkeit und harsche Kritik gesorgt.

So schrieb der Fotograf Alex Garcia auf Twitter: „I can see it now. The Forest Service leading Ansel Adams away in handcuffs with its new rule.”

 

Landesweit sorgte die Neuigkeit für viel Aufregung, so dass der U.S. Forest Service letztendlich einlenken musste. Denn noch vor einer Woche hieß es, dass Besucher der Nationalforste, die der USFS unterstehen, in Zukunft genau überlegen sollten, wozu sie ihre Fotos anfertigen. Denn bestehe nur im Geringsten der Plan, diese außerhalb des Privatgebrauchs zu nutzen, müsste eine Genehmigung bei der Forstverwaltung eingeholt werden. Diese könnte bis zu 1.500 US-Dollar kosten. Wer stattdessen darauf hoffte, auf den insgesamt knapp 80 Hektar Land nicht entdeckt zu werden, hätte mit einer Strafe von bis zu 1.000 US-Dollar rechnen können.

Kritiker sahen in diesem Vorstoß einen Angriff auf den 1. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, da keine Pressefreiheit gegeben sei. Andere hingegen kritisierten, dass kein Grund für die neue Regelung genannt wurde.

Nun soll sowohl Vertretern der Presse wie auch einzelnen Foto- und Videografen die Aufnahme weiterhin unentgeltlich erlaubt sein, egal ob eine kommerzielle Auswertung geplant sei. Ist jedoch größere Ausrüstung involviert, können die kosten 10 US-Dollar am Tag betragen. Also, sehr viel weniger als zuvor befürchtet.

 

Die genaue Formulierung des Gesetzesvorschlags findet sich hier im Federal Register.

 

 

Lesetipp: The U.S. Forest Service wants to fine you $1,000 for taking pictures in the forest und 7 Things you should know about the Forest Service’s media restrictions in wilderness


Foto:
Ansel Adams – National Archives 79-AA-H02“ von Ansel Adams . Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.