Lesezeichen: Emerge – Onlinemagazin für jungen Fotojournalismus

Lesezeichen: Emerge – Onlinemagazin für jungen Fotojournalismus

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Das englische Verb „emerge“ lässt sich übersetzen mit „zum Vorschein kommen“ oder „entstehen“. Genau hierin liegt die Leistung des Onlinemagazins emerge. Es gräbt die verborgenen Schätze junger Fotojournalisten aus und bietet ihnen den Raum, um sehenswerte Geschichten entstehen zu lassen. Das macht die deutsche Plattform zu einem doch recht außergewöhnlichen Non-Profit-Projekt.

„emerge räumt dem jungen, modernen Fotojournalismus den Raum und Rang ein, den er verdient und den er in einschlägigen Publikationen nur noch selten findet. emerge zeigt wie unterschiedlich und vielfältig junger Fotojournalismus aus Deutschland heute ist“

, so der Anspruch des im Jahr 2010 gegründeten Onlinemagazins.

Mit Erfolg, denn 2011 gab es eine Nominierung für den Grimme Online Award in der Kategorie „Kultur und Unterhaltung“ und die erste eigene Buchveröffentlichung. Das Werk mit dem Titel emerge 011 zeigt auf 276 Seiten die Arbeiten von 26 Fotografen und Fotografinnen. Darunter die Porträts von „Frauen in der Mongolei“ von Mareike Günsche oder die schwarz-weiß Impressionen aus „Palestine“ von Andy Spyra.

 

„Guten Fotojournalismus wird es immer geben. Es braucht den wachen Blick auf das Leben rundherum. Es braucht feinsinnige Beobachter, die das Geschehen in starke Bilder fassen können – in Bilder, an die man sich auch viele Klicks später noch erinnert. Eine große Herausforderung in fotogesättigten Zeiten!“.

Dieser Wunsch nach mehr Anerkennung für den Fotojournalismus wurde in den letzten Monaten sehr häufig geäußert. Die unglücklichen Todesfälle von bekannten Fotojournalisten, Anja Niedringhaus oder James Foley, hat die Profession in den Blickpunkt der Öffentlichkeit getrieben. Doch verdienen nicht nur Fotojournalisten, die in Krisengebieten ihr Leben aufs Spiel setzen, Lob.

Gerade deshalb ist es gut, wenn kleine Onlinepublikationen wie emerge diese Lücke füllen und dafür sorgen, dass Nachwuchstalente gefördert werden. Und ihre Geschichten, abseits der tagesaktuellen Nachrichten, wahrgenommen werden.

 

Webseite: www.emerge-mag.com

Vimeo-Kanal: vimeo.com/user7977560

 

Foto: Screenshot