PsyPhotology – Die Fotografie als Therapie

PsyPhotology – Die Fotografie als Therapie

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Als die Psychologin Anna Rowley erfuhr, dass Peter Hurley sie fotografieren würde, war das ein Schock. Nicht, weil der Fotograf einen schlechten Ruf genoss. Es war viel eher der Gedanke, dass sie nun vor die Linse einer Person treten würde, die sonst nur Models und Stars ablichtete.

 

In einer Welt, in der das Erstellen von Selfies zu einem generationenübergreifenden Hobby geworden ist, könnte man davon ausgehen, dass die Akzeptanz des Fotografiert-werdens gestiegen ist. Doch gibt es einen großen Unterschied zwischen dem selbstgemachten Porträt und dem Foto, das eine andere Person anfertigt. Die Kontrolle darüber was zu sehen ist, hat derjenige, der den Abzug drückt.

 

Die Begegnung zwischen Anna Rowley und Peter Hurley blieb nicht ohne Folgen, denn sie dachte nun darüber nach, warum sie sich zuerst so verletzlich gefühlt hatte? Was geht in Menschen während eines Shootings vor? Und wie hatte der Fotograf es geschafft, ihr Unbehagen zu beseitigen?

 

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Gemeinsam haben Rowley und Hurley die Fotografie als therapeutisches Mittel weiterentwickelt. Die PsyPhotology geht über das Bekämpfen der Angst des Fotografiert-werdens hinaus. Denn das „P.A.S.“ (picture avoidance syndrome)* ist nur ein Symptom das auf ein grundsätzlicheres Problem hindeutet.

 

So wie die Menschen mit der Kamera umgehen, so bewältigen sie ihr Leben, meint der Fotograf. Es gäbe vier Strategien:

1. own it

2. pose

3. diminish

4. avoid

 

Warum das so ist, liegt in der Kluft zwischen dem, wie wir uns selbst sehen und der Art und Weise, wie die Welt uns sieht. Die Kamera ist dann der verlängerte Arm unsers größten Kritikers, nämlich uns selbst.

 

 

Mehr Infos: 2-xp.com und psyphotology.com
*Den Begriff hatte einer von Hurleys Freunden benutzt.
Fotos: Screenshots