Hochzeitsfotografie: Dos and Don‘ts

Hochzeitsfotografie: Dos and Don‘ts

#156

 

Professionelle Fotografen kann man in zwei Lager einteilen: Die einen halten Menschen für verrückt, die glauben mit der Fotografie noch Geld verdienen zu können, und die anderen halten die Schwarzmalerei des ersten Lagers für verrückt.

Vom vermeintlichen Abwärtstrend unbeeindruckt zeigt sich jeher die Hochzeitsfotografie. Denn ist man ehrlich, beweisen Millionen an Fotouploads pro Tag nur, dass die Wenigsten wissen wie sie ihr Fotoappa-, ich meine Smartphone, bedienen können. Das ist in den meisten Fällen auch in Ordnung, aber eben nicht für die eigene Hochzeit.

 

 Dos

Inzwischen hat sich hier ein riesiges Geschäftsfeld entwickelt, längst wird nicht nur die Hochzeit selbst fotografisch inszeniert. Der Fotomarathon beginnt bereits mit der Verlobung. Zuerst gab es Fotografen, die sich – meist im Auftrag des Mannes – auf die Lauer legten, um den entscheidenden Moment, den Antrag, für die Nachwelt abzulichten. Der authentische Paparazzi-Stil wurde nun abgelöst durch Fotografien, die kaum noch von Hochzeitsfotos zu unterscheiden sind. Allerdings scheinen sich in diesem Bereich viele Möchtegern-Profis zu tummeln, denn das Internet es gefüllt mit Seiten, die unschöne Verlobungsfotos aufführen.

 

Noch ein Trend ist das Fotografieren der Brautparty, die auch hierzulande immer mehr Fans findet. Wer den Begriff „Bridal Shower“ in das Suchfeld des Foto-affinen Netzwerks Pinterest eingibt, sieht tolle Beispiele. Nicht wirklich vorstellbar ist, dass das männliche Pendant, also die Junggesellenparty, einen ähnlichen Trend auslösen wird. Wobei so manche Hochzeitsfotos, über die man im Netz stolpert, den Anschein erwecken, sie wurden auf eben dieser ersonnen.

 

Und wer ganz aus dem traditionellen Rahmen fallen möchte, dem bleibt zum Abschluss die Möglichkeit einer Trash-the-Dress Fotosession. Um die Einmaligkeit des Events zu demonstrieren, wird hierbei das Brautkleid „zerstört“.

 

 Don’ts

Gerade weil Hochzeitsfotografie viel Geld kostet, kann es schnell zum Streit zwischen Fotograf und Brautpaar kommen.

In Australien verklagte ein Ehepaar den Fotografen der Hochzeit, weil dieser es verpasst hatte den Brautkuss abzulichten. Hierfür musste er schließlich 710 AUD zahlen. In den USA wurde einem Fotografen eine Schadensersatzklage in Höhe von 300.000 USD angedroht. Der über die Fotos unglückliche Bräutigam und Anwalt, drohte Nelson Tang, weil dieser einen entscheidenden Fehler begangen hatte: Statt dem Brautpaar nur die besten Fotos zur Auswahl zu geben, überließ er ihnen alle Bilder. Dass hierunter auch weniger gelungene zu finden waren, lies das Paar die Behauptung aufstellen, er habe schlechte Arbeit abgeliefert. Zu Tangs Glück fanden sich genügend Unterstützer, die dafür sorgten, dass er eine gute Rechtsvertretung bekam. Und auch Robert Evans, Hochzeitsfotos von VIPS wie Brad Pitt oder Tom Cruise, bekundete den Fotos hohe Qualität. Letztlich musste das frischangetraute Ehepaar einlenken und die Klage zurückziehen.

Gerechtfertigt scheint hingegen die Probleme, die dieser Hochzeitsfoto-Service aus Kalifornien bekam: Als ein homosexuelles Ehepaar deren Dienste in Anspruch nehmen wollte, kam eine zu ehrliche Absage. Das Fotografieren einer solchen Hochzeit würde nicht zu ihnen passen. Eine unglückliche Formulierung, denn hätte man einfach einen anderen, nicht diskriminierenden Grund vorgeschoben, hätte das Geschäft wegen der starken Kritik nicht schließen müssen.

 

Übrigens: Werden sie gefragt, bedauern Bräute oft den Umstand nicht mehr Geld für die Hochzeitsfotos ausgegeben zu haben.