Fotografieren in Japan? Gar nicht so leicht!

Fotografieren in Japan? Gar nicht so leicht!

#158

 

Dass Fotografen gerade in Japan mit Fotografie-Verboten rechnen müssen, mag für den Vorurteil-pflegenden Nicht-Japaner ein Witz sein. Schließlich kennt man dessen Einheimische selbst nur mit Kameras, oft DSLRs, deren rot- oder gelbbedruckte Gurte heimliche Botschafter der japanischen Traditionsmarken Canon und Nikon sind.

 

Das Fotografieren Dritter in der Öffentlichkeit

Ein Artikel im Asienspiegel, der vergangenen September erschien, lies den interessierten Leser bereits aufhorchen. Unter dem Titel „Unerlaubtes Fotografieren“ schrieb Jan Knüsel über die Verhaftung eines Mannes in Kawasaki. Der 40-jährige hatte einen Studentin mit seiner Kamera gefilmt. Es gäbe im Land eine Anti-Belästigungs-Verordnung, die das Fotografieren von Dritten in der Öffentlichkeit strafbar machen kann. Wichtig sei, so Knüsel, „dass der «Übeltäter» von der Polizei in flagranti ertappt werden muss. Eine betroffene Person muss also, wie im aktuellen Fall, unverzüglich handeln. Dem Täter droht bei einem solchen Vergehen eine Geldstrafe von bis zu 1 Million Yen (7200 Euro) oder eine Haftstrafe von maximal 12 Monaten.“

 

 

Das Fotografieren von heiligen Orten

In Deutschland ist man es längst gewohnt, dass man in sakralen Räumen Foto-Verbotsschilder entdeckt. Obwohl diese Handhabe, rein gefühlsmäßig, in den letzten Jahren zurückgegangen ist. In Japan scheint man sich in die gegensätzliche Richtung zu bewegen, denn der Fotoblog PetaPixel berichtete Anfang Dezember über zunehmende Fotografie-Verbote in japanischen Tempeln. Rücksichtslose Touristen haben das Verbot, das besonders in Kyoto Anwendung findet, nötig gemacht.

 

 

Fotografieren von öffentlichen Orten

Die genannten Verbote sind nachvollziehbar, lassen dennoch die Frage entstehen, ob die Fotografie in Japan inzwischen verpönt ist? Unwahrscheinlich, schließlich kommen viele innovativen Ideen in der Fototechnik aus dem Inselstaat. Dennoch, gerade die Omnipräsenz der Aufnahmegeräte scheint dem Image der Fotografie geschadet zu haben.

Informiert man sich als Fotograf über die lokale Fotoetikette (sollte man immer machen!) findet man Äüßerungen wie „Don’t take photos of construction sites, maid cafes or snooty restaurant facades.“ Anderswo wird angemerkt, dass es immer mehr sichtbare Foto-Verbotsschilder gibt. Und auch wenn es kein sichtbares Verbotsschild gibt, kann es gut möglich sein, dass – sollte man beispielsweise ein Geschäft von außen fotografieren – jemand heraus kommt und einen darauf anspricht.