Die vier Finalisten des “Deutsche Börse Photography Prize 2015” stehen fest

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Mit rund 35.000 Euro ist der Deutsche Börse Photography Prize nicht nur einer der bestdotiertesten Europas, sondern zugleich der „renommierteste Preis“ (The Telegraph, 22.01.2009), den ein Fotograf auf unserem Kontinent ersehnen kann.

 

Der hierzulande eher ginge Bekanntheitsgrad lässt sich vielleicht damit erklären, dass der Preis entgegen der naheliegenden Vermutung in Großbritannien statt in Deutschland vergeben wird. Ursprünglich ins Leben gerufen und nach wie vor verantwortlich ist The Photographer’s Gallery in London. Im Jahr 2005 wurde die Deutsche Börse Sponsor und Namenspate des Preises.

Seit 1997 konnten sich u.a. Andreas Gursky (1998), Anna Gaskell (2000), Juergen Teller (2003) und Paul Graham (2009) über die Ehrung freuen.

 

Von den vier Finalisten (fünf Fotografen) für den Deutsche Börse Photography Prize 2015 stammen dieses Mal zwei aus Südafrika.

Die Fotografin Zanele Muholi hat es mit ihrem Werk “Faces and Phases 2006-2014” in die engere Auswahl geschafft. Ihre Porträts setzen sich mit den Problemen derjenigen auseinander, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung schikaniert werden.

Der ebenfalls aus Südafrika stammende Mikhael Subotzky dokumentiert in seinem Werk “Ponte City” das Leben in Afrikas höchsten Apartmentkomplex. In Zusammenarbeit mit seinem britischen Kollegen Patrick Waterhouse fotografierte er sechs Jahre lang jede Tür und jeden Ausblick. 2011 erhielten die beiden bereits den “Discovery Award” des Rencontres d’Arles.

 

Ponte City (Steidl 2014)
Ponte City (Steidl 2014)

 

Ebenfalls Hoffnung machen kann sich die Niederländerin Viviane Sassen für ihre Ausstellung “Umbra”, die vom 8. März bis zum 1. Juni 2014 im Nederlands Fotomuseum zu sehen war. In Deutschland waren ihre abstrakten Werke erst kürzlich zu bewundern. Mit einer Ausstellung „weihte“ sie das Wiedereröffnete Fotografie Forum Frankfurt ein.

 

Allein eine eigene Ausstellung auf der internationalen Biennale in Venedig zu haben, ist Wunschtraum vieler Künstler. Nun könnte Nikolai Bakharev für seine hier gezeigten Fotos, die hauptsächlich in den 1980er Jahren entstanden, eine weitere Ehrung zu Teil werden.

 

Im Frühjahr 2015 werden die Arbeiten der vier Finalisten im Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt zu sehen sein.