Vom „Ende der Straßenfotografie“ und dem Verbot Polizisten in Spanien zu fotografieren

Vom „Ende der Straßenfotografie“ und dem Verbot Polizisten in Spanien zu fotografieren

#164

 

Ein Gerichtsurteil, das außerhalb der Street Photography Szene weniger Beachtung fand, ist nun in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Denn ausgerechnet einer der bekanntesten Fotografie-Blogs titelte kürzlich „New Lawsuit Could Hurt Artistic Street Photography in Germany“.

 

Worum geht es?

Der Fotograf Espen Eichhöfer hatte im Berliner Stadtteil Charlottenburg Passanten fotografiert. Ein besonders gelungenes Foto, das es in das C/O Berlin schaffte, führte zu einem Rechtsstreit. Eine Passantin erkannte sich auf dem Bild wieder und forderte über einen Anwalt die Unterlassung aufgrund Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts. Mit Erfolg, denn das Foto darf nun nicht mehr gezeigt werden.

Eichhöfer seinerseits will das Urteil nun anfechten, denn letzten Endes gehe es um die Zukunft der künstlerischen Straßenfotografie.

 

Ist Deutschland ein zu heißes Pflaster für Straßenfotografie?

Was einen stutzig macht, ist folgender Satz, den der Autor Chris Gampat in seinem Artikel schreibt:

In general, street photography isn’t really allowed in Germany, but it was always revered as an artistic genre and so no one ever really complained about it.

Eine etwas zugespitzte Aussage, die man dem Amerikaner mal durchgehen lassen will. Denn ganz so schlimm steht es um die Fotografie in Deutschland (meinem Wissen nach) noch nicht. Solange man gewisse Grundregeln beachtet, ist man als Fotograf einigermaßen frei. [Also: Auf öffentlichen Plätzen fotografieren, keine Einzelperson und stattdessen Gruppen ablichten, und wenn sich doch eine Person hervortut, sicherheitshalber um Erlaubnis bitten.]

 

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Wie weit gehen die Persönlichkeitsrechte der Polizei?

Was für Otto-Normalbürger gilt, gilt natürlich auch für Polizisten. Aber auch dann, wenn diese im Einsatz sind? In Spanien soll ein neues Gesetz dies nun endgültig regeln. Und das nicht zur Zufriedenheit der Bürgerrechtler. Denn das Fotografieren, Filmen und Erstellen von Audioaufnahmen von Polizisten soll nun verboten werden. Ziel des Gesetzes ist es, so die Aussage, das Recht des Polizisten auf Anonymität zu gewähren und desgleichen das Teilen falscher Informationen zu unterbinden. Dass hierdurch der Polizei die Möglichkeit eröffnet wird allerlei Schindluder zu treiben ist offensichtilich. Noch ist unklar, ob das Gesetz in Kraft tritt.