(Fast) eine Wissenschaft: Das perfekte Profilbild für Online-Datingseiten

(Fast) eine Wissenschaft: Das perfekte Profilbild für Online-Datingseiten

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Man könnte es als Gretchenfrage des neuen Jahrhunderts betrachten: Profilbild hochladen, oder nicht? Denn mit dem Profilbild gibt der Nutzer Einiges von sich preis, auch dann, wenn er eben keines oder das Haustier anstelle des eigenen Abbildes wählt.

 

Auch das Profilbild sagt mehr als tausend Worte aus

Nutzerkonten, die für den rein privaten Gebrauch Verwendung finden, werden oft einmal mit unvorteilhaften Selbstporträts ausgestattet. Wer sich jedoch ein seriöses Profil im Internet aufbauen möchte – für den neuen Arbeitgeber, den potenziellen Traumpartner oder einfach die NSA – der muss schon ein bisschen sorgfältiger bei der Wahl vorgehen. Denn es heißt nicht umsonst: Das Internet vergisst nicht. Viele scheinen diesen Ausspruch nach wie vor nicht ernst genug zu nehmen und halten das Web für ein virtuelles Las Vegas; frei nach dem Motto: What happens in Vegas stays in Vegas.

Dass man sich hierbei selbst ein faules Ei in den Reputationskorb legen kann, merkt man dann vielleicht erst Jahre später. Und auch das von der Europäischen Kommission ausgesprochene „Recht auf Vergessenwerden“ stellt noch lange keinen Persilschein aus.

 

Neues Business für Fotografen

Die Erfolge der Dating-Startups Tinder – dieses wurde in England sogar eines der Wörter des Jahres 2014 – und der aus Deutschland stammenden Konkurrenz Lovoo, haben einen neuen Trend im Fotobusiness ausgelöst. Besonders in den USA erregen Dienstleister, die sich auf das Erstellen von professionellen Dating-Fotos wissen, ein großes Medien- und Nutzerinteresse. Zu den bekannteren zählen hier datingheadshots.com, lookbetteronline.com und tinderheadshots.com.

 

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Das virtuelle Ich in Zeiten des Online-Datings

Auch in Deutschland dürften ähnliche Angebote bald durchstarten, denn dank Big Data weiß man nun sehr viel mehr über die Wirksamkeit von Profilbildern.

Die amerikanische Datingseite OkCupid hatte bereits 2010 folgende Ergebnisse aus der Nutzerdatenanalyse gewonnen. So waren Profilfotos von Frauen, die im MySpace angle (heute würde man eher Selfie sagen) aufgenommen wurde am erfolgreichsten. Männer hingegen wurden für das Gegenüber dann interessant, wenn diese entweder mit einem Tier posierten oder ihren muskulösen Körper präsentierten.

Eine neuere Studie, die die Online-Datingseite Zoosk 2014 veröffentlichte, fand heraus, dass Frauen 60% mehr Interesse erweckten, wenn es sich bei den Profilaufnahmen um Indoor-Fotos handelte. Männer hingegen waren mit Outdoor-Aufnahmen 19% erfolgreicher. Am besten sind scheinbar (von Anbietern wie Lookbetteronline.com vernachlässigt) Ganz-Körper-Aufnahmen, denn diese waren – geschlechtsunabhängig – 203% erfolgreicher.

 

Regeln, die man beachten sollte

Wer sich einen teuren Fotografen sparen möchte, der kann mit dem bisschen Wissen, das die Studien der letzten Jahre vermittelt haben, die nötigsten Prämissen erfüllen. Hierzu gehört beispielsweise auch, dass man am besten von links fotografiert werden und hierbei kein Kostüm tragen sollte.

Ebenfalls gute Beispiele für Don’ts liefern uns jeher russische Datingportale. Eine Zusammenstellung der vielleicht abschreckendsten Dating-Fotos hat Buzzfeed (hier) liebevoll kuratiert – wer Lust auf mehr hat, kann auf der Seite dofiga.net (NSFW) fündig werden.

 

 

Fotos: Screenshots von lookbetteronlie.com und datingheadshots.com