Street Photography: Ein Grundsatzurteil muss her

Street Photography: Ein Grundsatzurteil muss her

#193

 

Anfang Januar berichteten wir vom befürchteten „Ende der Straßenfotografie“. Der Sorge darüber, dass das Genre der Street Photography wegen zunehmender Einschränkungen durch den Gesetzgeber bedroht ist, ging ein Rechtsstreit zwischen dem Fotografen Espen Eichhöfer und einer Frau voraus. Diese hatte sich auf einem seiner Fotos wiedererkannt und klagte daraufhin auf Unterlassung und Schmerzensgeld.

Der Fall machte Schlagzeilen und Espen Eichhöfer, notgedrungen, zum Verfechter der Kunstform, die seit jeher von großen Namen wie Bresson, Frank, Leiter und Winogrand getragen wurde.

 

Der Rechtsstreit geht weiter

Weil sowohl Klägerin wie auch Eichhöfer in Berufung gegangen sind, wird der Fall nun in zweiter Instanz verhandelt. Im vorangegangen Urteil hatte das Gericht erklärt, dass die Persönlichkeitsrechte der Klägerin verletzt wurden, zugleich die Forderung nach Schmerzensgeld abgewiesen. Aus finanzieller Sicht ein Erfolg, aus künstlerischer Sicht eine kleine Katastrophe. Denn das Urteil könnte in Zukunft für ähnliche Fälle herangezogen werden und somit viele Fotografen in die Bredouille bringen.

 

Crowdfunding für ein Grundsatzurteil

Um Deutschland nicht zu einem weißen Fleck auf der Karte der Street Photography-Szene verkommen zu lassen, will Eichhöfer nun für ein Grundsatzurteil kämpfen, das eine gewisse Rechtssicherheit für Fotografen bedeuten würde.

Der Fotograf hat dafür eine Startnext-Kampagne auf den Weg gebracht, die seit Ende Januar 14.000 Euro sammelt, um die Verfahrenskosten im Fall einer Niederlage decken zu können. Unterstützt wird er dabei von seiner Agentur OSTKREUZ.

Noch vor Ende der „Streetphotography Now“-Kampagne (13.04.2015) ist die benötigte Summe bereits erreicht worden. Falls – wie erhofft – ein positives Urteil erwirkt werden kann, soll das Geld für ein Symposium zum Thema Streephotography verwendet werden.