25 Jahre Photoshop und was bis heute geblieben ist

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Mit dem 19. Februar 1990, dem Tag als Photoshop 1.0 auf den Markt kam, ist die Erfolgs-Software von Adobe Systems zum Synonym für digitale Bildbearbeitung geworden. Auch das neu-deutsche Verb „photoshoppen“, das in den letzten Jahren vermehrt den Weg in die Alltagssprache gefunden hat, beschreibt diesen Prozess, ohne notwendigerweise Bezug auf den berühmten Namensgeber zu nehmen.

 

Von 1.0 bis CC

Im Laufe der Jahre hat sich nicht nur äußerlich viel getan. Die Versionen 1 bis 7, CS (Creative Suite) bis CS6 konnten immer wieder von neuem mit praktischen Funktionen erstaunen, die das Leben von Grafikern wie Fotografen immens entlasteten und auch Laien in die Welt der Bildbearbeitung einführten.

Nur die neueste und gewissermaßen letzte Version mit Namen CC (Creative Cloud) konnte bei den Nutzern bislang wenig Begeisterung ernten. Nach wie vor tun sich viele mit dem Gedanken schwer, die Software zu abonnieren statt zu kaufen.

 

 

Was ist echt, was nicht?

Erstaunlich an der Erfolgsgeschichte von Adobe Photoshop ist aber auch, dass die Debatte über Digitale Bildmanipulation und Ethik in den 25 Jahren gleichermaßen aktuell geblieben ist. Denn heute, wie auch damals, sind Fotografien, die nachbearbeitet wurden, sehr oft ein Auslöser für hitzige Diskussionen.

 

So kam es bei der Markteinführung zu dieser kurzen, dennoch interessanten Begegnung zwischen Russell Preston Brown (Adobe), Rick Smolan (Fotograf) und Fred Ritchin (Autor) in der beliebten US-Sendung „The Today Show“. Die drei geladenen Gäste beantworteten darin die Fragen der Moderatorin zum Thema Bildmanipulation und als Zuschauer der Gegenwart wünscht man sich nur zu gerne, das Gespräch hätte ein bisschen mehr Tiefe gewonnen.

Aus heutiger Sicht lustig ist übrigens der Blick auf die Photoshop-Nutzeroberfläche, die Brown auf einem Mac vorführt. So erinnert diese in ihrer Schlichtheit eher Microsofts Paint statt an eine digitale Revolution.

 


Das Ende der Diskussion
Das Ende der Diskussion ist auch heute nicht erreicht. So teilte Word Press Photo mit, dass zwanzig Prozent der Bilder, die für das Jahr 2014 eingereicht wurden, nachträglich manipuliert wurden. Von allen Kategorien sei die des Sports am meisten betroffen gewesen.

Grund genug, dass der renommierte Fotoblog des New York Times die Debatte in „Debating the Rules and Ethics of Digital Photojournalism“ daraufhin erneut aufrollte.

 

Lesetipp:

Die in der „Today Show“ erwähnten Bücher sind „A Day in the Life of America“ von Rick Smolan sowie „In Our Own Image“ von Fred Ritchin.