Spock hinter der Kamera – Leonard Nimoy, der Fotograf

Spock hinter der Kamera – Leonard Nimoy, der Fotograf

#201

 

So überraschend der Tod von Leonard Nimoy – seines hohen Alters von 83 Jahren zum Trotz – war, so beachtlich waren auch die vielen Artikel, die kurz darauf an dessen Lebenswerk erinnerten. Viele Menschen, die Nimoy nur in seiner Paraderolle als Mr. Spock aus Star Trek kannten, lernten auf diese Weise zum ersten Mal das vielfältige Talent des unscheinbaren Stars kennen.

 

Beinahe wäre er Fotograf geworden

Der Allrounder Leonard Nimoy drehte Filme, sowohl vor wie hinter der Kamera, veröffentlichte fünf Musik-CDs, schrieb Gedichte und natürlich fotografierte er auch, schließlich hatte er an der University of California (UCLA) Fotografie studiert. Die Ergebnisse dieser langen Liebe lassen sich in seinen Büchern, allen voran den fotografischen Werken, wiederfinden.

 

Foto: Shekhina, Umbrage Editions via amazon.com
Foto: Shekhina, Umbrage Editions via amazon.com

Shekhina

Das erste von drei Fotobüchern, die Leonard Nimoy zu Wege brachte, trägt den Titel „Shekhina“. Es ist kein Zufall, dass das hebräische Wort für die „Präsenz Gottes“ als Titel gewählt wurde. Inspiriert wurde Nimoy, der selbst Jude war, von der Kabbala – einer mystischen Strömung innerhalb des Judentums.

Die schwarz-weißen Fotos, die der Star über einen Zeitraum von acht Jahren erstellte, stellten laut Nimoy den Versuch dar, die feminine Seite des Göttlichen einzufangen [1]. Eine kleine Provokation für konservative Gemüter, zumal sehr viel nackte Haut zu sehen ist.

Shekhina, Umbrage Editions, 2005

 

 

Foto: The Full Body Project, Five Ties Publishing via amazon.com
Foto: The Full Body Project, Five Ties Publishing via amazon.com

The Full Body Project

Die Liebe zu der Ästhetik des weiblichen Körpers wird auch in Nimoys zweitem großem Projekt deutlich. „The Full Body Project“ zeigt Frauen, die abseits des Schönheitsideals liegen. Was den Fotografen zu diesen außergewöhnlichen, an Rubens erinnernde, Fotos bewegte, schrieb Natalie Angier im Vorwort zum Buch: „He wanted to show the world that there’s beauty to be found in different body types.” [2]

The Full Body Project, Five Ties Publishing, 2007

 

 

Foto: Secret Selves, MMCA via amazon.com
Foto: Secret Selves, MMCA via amazon.com

Secret Selves

Ganz anders wirken, nicht nur weil dieses Mal auf schwarz-weiß verzichtet wurde, die Fotos von Leonard Nimoys letztem großen Fotoprojekt. Für „Secret Selves“ interviewte und portraitierte der Schauspieler hundert Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Die zugrundeliegende Frage lautete: „Who do you think you are?“

Secret Selves, Massachusetts Museum of Contemporary Art, 2010.

 
 


[1] http://articles.chicagotribune.com/2003-02-20/features/0302200104_1_star-trek-television-series-jewish-mystical-tradition
[2] http://mashable.com/2015/02/27/leonard-nimoy-women-photographs/

 

Foto: von Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America (Leonard Nimoy Uploaded by maybeMaybeMaybe) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons