Im Test: Actioncam-Aufnahmen mit ProDrenalin 1.0 nachbearbeiten

Im Test: Actioncam-Aufnahmen mit ProDrenalin 1.0 nachbearbeiten

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Was für selbstgedrehte Videos – ob nun mit Handy-Kamera oder Camcorder gefilmt – gilt, das gilt im Besonderen für Aufnahmen mit einer Actioncam: Wer sein neuestes Meisterwerk einem Publikum vorführen will, sollte ihnen zuliebe ein wenig Zeit in die Nachbearbeitung stecken.

 

Nachbearbeitung in nur wenigen Schritten

Für diejenigen, die sich bisher kaum oder nie mit Videobearbeitungssoftware auseinandergesetzt haben, dürfte die Hemmschwelle groß ausfallen, eine entsprechende Software zu installieren. Denn die vielen Bearbeitungsmöglichkeiten erschlagen den Laien oft schon beim ersten Anblick. Da ist der Deinstallations-Button schneller gedrückt als das erste Video hochgeladen werden kann.

Wer sich hier wiedererkennt, sollte einen Blick in Richtung proDAD wagen. Die neueste Software der deutschen Firma richtet sich speziell an die Bedürfnisse von Actioncam-Filmern, die eine voll-automatisierte Nachbearbeitung wünschen. Zudem unterstützt ProDrenalin 1.0 auch Videos mit 4K und 2.7K Auflösung.

 

Kaum Einarbeitungszeit dafür begrenzte Bearbeitungsmöglichkeiten

Die Oberfläche von ProDrenalin 1.0 ist sehr schlicht gehalten. Sie besteht aus einem Hauptfenster, das eine Vorschau des bearbeiteten Videos zeigt, einem zwei Registerkarten umfassenden Menü oben und vier weiteren Registerkarten an der rechten Seite. Natürlich gibt es auch eine Zeitleiste unterhalb des Videos; im Gegensatz zu anderen Programmen, dient diese aber nicht dazu, das Video zu beschneiden.

ProDad01

 

Fischaugen-Entfernung

Die ersten Verbesserungen sind schnell erzielt. Nachdem man ein Video [1] ausgewählt hat, öffnet sich dieses im Hauptfenster. Nun sollte man – außer natürlich man mag den Effekt – im Menü unter „Fischauge-Entfernung“ das eigene Kameramodell auswählen. Die Korrektur erfolgt dann automatisch. Wessen Kamera nicht dabei ist, der sollte selbst herumexperimentieren, mit welchem Kameraprofil es sich am besten fährt. Das Anlegen eines eigenen Profils funktioniert zwar nicht [2], das ist aber nicht tragisch, da die gängigsten Actioncams unterstützt werden.

 

Video FX Vorlagen

Der dritte Menüpunkt dürfte Nutzern, die mit Fotobearbeitungs-Apps vertraut sind, entgegen kommen. Denn per Klick lässt sich das Video in (bunte) Farben tauchen. Gegliedert sind die Effekte in „Contrast Looks“, „Crime Looks“ und „Pop Art“ – insgesamt 22 Auswahlmöglichkeiten sind gegeben. Die Ergebnisse sind zwar nicht immer schön (Geschmackssache!), aber ein nettes Extra sind die FX Vorlagen allemal.

Wem dies nicht zusagt, der kann Kontrast, Helligkeit, Sättigung und Weißabgleicht auch in den „Clipeinstellungen“ abändern.

 

ProDad05

 

Stabilisierung

Neben „Fischaugen-Entfernung“ ist der Menüpunkt „Stabilisierung“ das Herzstück von ProDrenalin 1.0. Sobald man einen Haken unter „Video stabilisieren“ setzt, beginnt die Analyse des Films. Dies geht recht zügig [3] vonstatten.

ProDad08

 

Ansicht

Praktisch ist, dass man das Ergebnis der Nachbearbeitung per Split-Screen überprüfen kann. Hierfür wird, je nach Auswahl, der Film vertikal oder horizontal geteilt.

 

ProDadSplit

 

Virtuelle Kamera anpassen

Ebenfalls brauchbar ist Möglichkeit, die Stellung der Kamera nachträglich zu verändern. Außer Zoom kann man auf diese Weise auch Neigung und Schwenk beeinflussen.

 

Video exportieren

Selbstverständlich lassen sich die Ergebnisse auch speichern. Hierfür geht man in die Registerkarte „Optimierte Medien exportieren“.

Achtung: Wer aus Versehen auf Schließen drückt, kommt nicht daran vorbei, von Vorne zu beginnen. Denn das Programm verzichtet hierbei auf die Nachfrage, ob man das Programm wirklich beenden möchte ohne zu speichern.

 

Speichern kann man die Videos nur in den Formaten MPEG4 oder MOV, in je drei Qualitätsstufen. Für unser Testvideo, auf das ein Videoeffekt und die mittlere Rauschunterdrückung angewendet wurden, dauerte die Speicherung in der höchsten Qualität 22 Minuten [4].

 

Apropos „Rauschfilter“: Dieser Menüpunkt ist tatsächlich erst im Export zu finden, da dies laut den Machern einen zu hohen Rechenaufwand erfordert.

 

Fazit

ProDrenalin 1.0 ist ein einfaches Programm, um Actioncam-Videos im Nachhinein zu verbessern. Wer gerne viel Zeit in die Videobearbeitung investiert, wird mit den wenigen Bearbeitungsmöglichkeiten keine große Freude haben und ist mit ProDAD Mercalli V4 besser bedient. Alle anderen aber, bekommen ein einfach zu handhabendes Tool, das wenig Kopfzerbrechen bereitet.

Zu haben ist ProDrenalin 1.0 für Win und Mac und kostet 48,99.

 

 

 


[1] Unterstützte Formate: mov, mpg, mpeg, mp4, mts, m2t, m2ts, m2v, avi, wmv, mxf, vob, vcd, 3gp
[2] Für die Erzeugung von Kameraprofilen ist das Programm Defishr von proDAD nötig.
[3] Für unseren Test wurde ein HD-Video mit einer Spielzeit von 1m 20s bearbeitet.
[4] Test-System: Win 7 (64 Bit), Quad-Core, 8GB Ram