Trendcheck: Objektive für das Smartphone

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Auch wenn es in den meisten Fällen auch reicht, einfach ein paar Schritte nach vorne oder hinten zu machen, zählen Zusatz-Objektive inzwischen zu den beliebtesten Erweiterungen für Fotoaffine Smartphone-Nutzer.

 

Clips oder Kamera

 

Die Auswahl an Produkten ist groß, auch weil besonders aus dem asiatischen Raum kostengünstige Alternativen auf den Markt drängen. Ob sich der Kauf lohnt, das hängt natürlich von dem Zweck ab, die diese Erfüllen sollen.

 

Für Spielereien

Der bekannteste Hersteller von Kameraobjektiven für Smartphones ist vermutlich Olloclip. Die Firma stellt kleine Anstecklinsen her, die fast ausschließlich mit Apple Geräten kompatibel sind. Mit einer Ausnahme: Die 4-in-1-Linsen (Fischauge/Weitwinkel/Macro) wurden zuletzt auch für Samsungs Flagschiffe angeboten.

Als Alternative zu den knapp 80 Euro teuren Olloclips bieten sich u.a. die Kameraclips an, die der chinesische Händler Xcsource verkauft. So kostet dessen 3-in-1 Smartphone-Objektiv nur knapp 11 Euro und ist zusätzlich mit vielen Smartphone-Modellen kompatibel.

Zwar weniger elegant als die Clips von Olloclip, dafür aber nicht nur für iPhone.
Zwar weniger elegant als die Clips von Olloclip, dafür aber nicht nur für iPhone.

 

Für mehr Nähe

Während andere Hersteller sich auf die Herstellung von Weitwinkel, Fischauge- oder Makroobjektiven spezialisiert haben, bietet der Hersteller ExoLens auch ein Teleobjektiv mit 3-fach Zoom an. Bislang aber nur für das iPhone 6. Der Größenunterschied zu den Objektiven von Olloclip ist merklich und dennoch gering genug, um nicht zu sperrig zu wirken.

Befestigt werden die Linsen an einer Aluminium-Klammer, die sich um den Körper des iPhones schmiegt und mit einem Stativgewinde ausgestattet ist. Zu haben ist das Exo 6 Kit für 130 US-Dollar bei Apple.com.

Die ExoLens ist eine interessante Gesamtlösung.
Die ExoLens ist eine interessante Gesamtlösung.

 

Für mehr Kino

Für seinen, auf dem diesjährigen Sundance Festival umjubelten, Film Tangerine nutzte der Filmemacher Sean Baker ein iPhone 5s. Nicht, weil er beweisen wollte, dass man auch mit einem Smartphone gute Filme drehen kann, sondern weil ihm ganz einfach die finanziellen Mittel fehlten.

Um dennoch ein Breitwand-Erlebnis zu erzeugen, setzte er den Moondog Labs 1.33X Anamorphic Adapter ein. Die Qualität des Objektivs scheint zu überzeugen, denn momentan ist das 160 US-Dollar teure Produkt ausverkauft.

Das Objektiv für Cineasten.
Das Objektiv für Cineasten.

 

Für mehr Mehr

Als Sony seine ersten Smartphone-Objektive vorstellte, war die Skepsis noch groß, ob es hierfür eine Nachfrage geben wird. Denn im Gegensatz zu den vorangegangen Produkten, handelt es sich um beinahe autonome Geräte, deren Technik auch Smartphone-Fotografie-Muffel überzeugen kann.

Das einzige was den Sony-Objektiven fehlt, um als Kamera zu gelten, sind die Bedienelemente und das Display.

Inzwischen sind die Nachfolgemodelle auf dem Markt. So bietet das SmartShot DSC-QX30 einen 30-fachen optischen Zoom. Wer also einen hohen Wert auf den Zoom-Faktor legt, hat hier sein neuestes Lieblingsprodukt gefunden. Das hat allerdings auch seinen Preis: 300 Euro.

Allerdings ist die Hoffnung groß, dass die Preise für derartige Objektive bald fallen könnten, denn unlängst hat Olympus ein Konkurrenzprodukt entwickelt. Noch sind die unter dem Namen Olympus Air laufenden Objektive aber nur für den japanischen Markt angekündigt.

Konkurrenz für Sonys SmartShot?
Konkurrenz für Sonys SmartShot?

Fotos:
Produktfoto Xcsource via amazon.de
Produktfoto ExoLens via exolens.com
Produktfoto Moondog Labs via moondoglabs.com
Produktfoto Olympus via theverge.com