Keine Angst vor Drohnenfotografie

Keine Angst vor Drohnenfotografie

#218

 

Die deutschsprachige Community scheint sich inzwischen einig darüber zu sein, dass die Flugdrohne mit einem H geschrieben wird. Die Variante ohne H findet man daher fast nur noch in Firmennamen.

Unsere englischsprachigen Nachbarn mussten sich dagegen nie mit dieser Frage befassen und dürfen sich zusätzlich darüber freuen, Neologismen wie Droneography kreieren zu können. Die deutsche Übersetzung Drohnenfotografie klingt vergleichsweise wenig sexy und lässt mehr an einen militärischen Überwachungsapparat denken.

 

Vorschriften für den Drohnenflug

Dabei sind Amerikaner und Deutsche gar nicht so verschieden, wenn es um die Nutzungsbedingungen der Drohnen (Multicopter, Quadrocopter) geht. Die Erlaubnis der Bundesluftfahrtbehörde (FAA) Lieferdrohnen des Online-Händlers Amazon zum Test zuzulassen täuscht darüber hinweg, dass das Land der unbegrenzten Möglichkeiten keineswegs ein Paradies für Drohnen-Piloten ist. Das hat auch Amazon gemerkt und längst andere Testgebiete auserkoren.

 

Ist Deutschland zu streng?

Der entscheidende Unterschied zwischen den USA und Deutschland dürfte die, bei uns vorgeschriebene, Haftpflichtversicherung sein. Denn sie entscheidet darüber mit, wo man seine Drohne operieren kann.

Während in den USA vorgeschrieben ist, nicht höher als 400ft zu fliegen, endet in Deutschland der unkontrollierte Luftraum – den man theoretisch nutzen darf – bei 2500ft. Allerdings, sollte man die Drohne wiederum in Sichtweite haben, was in dieser Höhe kaum der Fall ist.

Einschränkungen gibt es natürlich, in beiden Fällen, bei sensiblen Einrichtungen wie Strafanstalten, Kraftwerken oder staatlichen Gebäuden. Und über Menschen und Tiere hinweg zu fliegen – das sagt einem bereits der klare Menschenverstand – ist keine besonders gute Idee. Wer allerdings eine größere Menschenansammlung, beispielsweise auf einem Fest, filmen möchte, der sollte sich eine Sondergenehmigung einholen und auch die Veranstalter um Erlaubnis bitten. [1]

 

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Nachfolgernder Hinweis der amerikanischen „Know Before You Fly“-Broschüre dürfte ebenfalls logisch sein: „Do not fly under the influece of alcohol or drugs.“ Warum das sinnvoll ist, bewies ein betrunkener Agent, der seine Drohne im Garten des Weißen Haus zerschellen ließ. Nicht nur extrem peinlich, sondern auch teuer.

 

Wir kommen in Frieden

Bei all den Vorschriften ist es kein Wunder, dass sich Drohnen-Piloten unwillkommen fühlen. Da hilft es auch kaum, dass Dronies als die neuen Selfies gelten. Und letztere sind bekanntlich längst salonfähig.

Vielleicht könnte ein neues Produkt des US-Händler Photojojo dabei helfen, mehr Verständnis für die Drohnen zu erlangen. Für zirka 30 Dollar bietet dieser ein Drohnen-Banner an, dass man an der eigenen Drohne befestigen kann. Die Botschaft darauf: I come in peace.

 

 

[1] Mehr Infos über die Vorschriften in Deutschland finden sich u.a. hier.

 

Fotos: Photojojo