Buchtipps: Romane mit – nicht über – Fotografen, Teil 3: Anspruchsvoll

Buchtipps: Romane mit – nicht über – Fotografen, Teil 3: Anspruchsvoll

#221

 

Nachdem wir nun Thriller- und Jugendbücher vorgestellt haben, in denen Fotografen eine Rolle spielen, folgt nun der dritte und letzte Teil dieser Buchtipps-Reihe.

 

91KXl5x-ABLBevor die australische Literaturwissenschaftlerin Gail Jones ihr Buch „Sechzig Lichter“ zu schreiben begann, holte sie sich Inspiration in den Werken von Susan Sontag und Roland Barthes. So kommt es, dass neben der Protagonistin Lucy, deren Fotografien die zweite Hauptrolle übernehmen. Und auch ohne visuelle Vorlage, schafft es die Autorin, die Bildinhalte in den Köpfen der Leser entstehen zu lassen.

Inhalt: „Australien, 19. Jahrhundert: Lucy Strange – deren Leben kurz sein sollte – und ihr Bruder Tom, nach dem Tod der Eltern halb verwildert, werden von ihrem skurrilen Onkel nach London geholt. Tom arbeitet bei einer Laterna-Magica- Schau, Lucy in einer Fabrik, die lichtempfindliches Papier herstellt. Ein Ausweg aus diesem viktorianischen Elend tut sich auf, als Lucy als mögliche Braut eines alten Freundes des Onkels nach Indien geschickt wird. Doch auf der Reise beginnt sie eine folgenreiche Liebschaft, die ihrem Leben eine überraschende Wendung gibt: Als Lucys letzte Jahreszeit naht, hat sie ein Kind und ist eine der ersten Fotografinnen des Commonwealth.“ (DTV, 224 Seiten)

 

41FLRT2Nh8LNicht die Fotografie, sondern die Musik, spielt in „Der Boden unter ihren Füßen“ von Salman Rushdie eine wesentliche Rolle. Und doch hat der Autor einen Fotografen, den jungen Rai, zu seinem Erzähler auserkoren.

Inhalt: „Bombay, Ende der 1950er Jahre: Der junge Gitarrist und Komponist Ormus Cama trifft auf die wilde und lebenshungrige Sängerin Vina Apsara. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, und doch finden sie erst Jahre später zueinander. Fortan ist ihre Liebe ein ständiges Auf und Ab, geprägt von Trennung, Versöhnung, Affären – die Vinas anderer Liebhaber, der Fotograf Rai, kommentiert und erzählt. Ormus lässt die Sehnsucht nach Vina in seine Musik fließen, in Lieder, die die Sängerin und ihn zu weltweit gefeierten Ikonen des Musikbusiness machen. Und so ist ihre außergewöhnliche Liebesgeschichte gleichzeitig eine Geschichte der Popkultur, die von den Swinging Sixties in London bis zum Sex, Drugs & Rock‘n‘Roll im New York der späten Siebziger über Jahrzehnte hinweg erzählt.“ (btb, 864 Seiten)

 

51CSg1hw5QLKein Roman, sondern eine Autobiografie ist das Buch „It’s What I Do“ von Lynsey Addario. Und doch ist das Buch, in dem die Fotografin aus ihrem Leben als Kriegsfotografin – einer Männerdomäne – erzählt so spannend, wie Literatur nur sein kann. Kein Wunder, dass ausgerechnet Steven Spielberg sich die Rechte an dem Buch gesichert hat und dieses mit Jennifer Lawrence in der Hauptrolle verfilmen wird.

Inhalt: „War photographer Lynsey Addario’s memoir It’s What I Do is the story of how the relentless pursuit of truth, in virtually every major theater of war in the twenty-first century, has shaped her life. What she does, with clarity, beauty, and candor, is to document, often in their most extreme moments, the complex lives of others. It’s her work, but it’s much more than that: it’s her singular calling.

Lynsey Addario was just finding her way as a young photographer when September 11 changed the world. One of the few photojournalists with experience in Afghanistan, she gets the call to return and cover the American invasion. She makes a decision she would often find herself making—not to stay home, not to lead a quiet or predictable life, but to set out across the world, face the chaos of crisis, and make a name for herself.“ (Penguin, 368 Seiten)

 

 

Fotos: Produktfotos via amazon.de