Passfotos mit dem Smartphone erstellen?

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Geht eine Frau in ein Fotostudio, um Passfotos machen zu lassen. Nach nur wenigen Versuchen wird der unzufriedenen Kundin ein „Es wird nicht besser!“ an den Kopf geworfen. Was die angeblich professionelle Fotografin damit wohl sagen möchte ist, nicht meine Fotos sehen bescheiden aus, sondern du.*

Nun geht es der Fotobranche wirtschaftlich bekanntlich nicht so gut, was als Erklärung für einen gewissen Unmut am Arbeitsplatz herhalten könnte. Fraglich ist aber, ob das Vergraulen von Kunden die beste Lösung ist. Denn gerade solche Erfahrungen führen schließlich dazu, dass jene beim nächsten Mal dann doch lieber den schweigsamen Fotoautomaten aufsuchen. Oder, ganz modern, das Foto gleich selbst schießen.

 

Passfotos mit der Digitalkamera aufnehmen

Beim Erstellen von Passbildern mit der eigenen Digitalkamera muss man das gewünschte Porträt anschließend darauf überprüfen, ob es biometrisch ist. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie das Hochladen des Bildes auf einen Online-Passbildgenerator, wie z.B. dem Persomat von PersoFoto.

Etwas umständlicher ist der Ausdruck von Passbildschablonen auf Papier, wie sie das Bundesministerium des Innern oder die Bundesdruckerei anbieten. Letztere bietet mit der Foto-Mustertafel eine ausführliche Hilfestellung in Form einer PDF-Datei an.

 

Passbilder-Apps für iOS und Android

Um einiges einfacher ist es, den Aufnahme- und Anpassungsvorgang mit einer einzigen App bewältigen zu können. Die Auswahl an mobilen Passbilder-Applikation ist groß, einen klaren Sieger gibt es hier allerdings nicht.

Das Angebot auf Google Play und iTunes diesbezüglich unterscheidet sich insofern, dass der Appstore von Google eher den amerikanischen Markt im Auge hat, während speziell deutsche Passbild-Apps (inklusive Bestellservice) bei Apple zu finden sind.

 

Für Android

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Passport Photo ID Studio App von Handy Apps

Auf den ersten Blick macht Face 360 von YPY Productions einen guten Eindruck. Das Interface ist modern und aufgeräumt. Aber schon beim Öffnen fällt auf, dass die Entwickler nicht mitgedacht haben. Denn statt im vertikalen Porträtmodus aufnehmen zu können, wird man dazu gezwungen, die Kamera horizontal zu halten. Dies ist deswegen umständlich, weil man die Kamera dadurch viel zu weit von sich weghalten muss um in die vorgegebene Schablone zu passen. Da macht es auch nichts mehr aus, dass sich die Ländereinstellung nicht ändern lässt bzw. die Option so gut versteckt ist, dass sich kaum auffindbar ist.

Eher langweilig wirkt hingegen das Icon und der Name der Passport Photo ID Studio App von Handy Apps. Der oberflächliche Eindruck trügt, denn darunter findet sich eine brauchbare App, deren vorgegebenes Bildformat sich problemlos an den deutschen Markt anpassen lässt. Und dank Gesichts-Schablone und Nachbearbeitungsoptionen, sind die Ergebnisse gut verwendbar.

 

Für iOS

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Passfotos von Foto-Express

Die App Passbild von Rene Fouquet ist für 1,99 Euro erhältlich und auf iPhone und iPad nutzbar. Wie die meisten Apps dieser Kategorie, finden sich hier allgemeine Tipps sowie Aufnahme- und Bearbeitungsmöglichkeiten. Die Kundenrezensionen geben allerdings zu denken, denn anscheinend werden die Ergebnisse nicht immer von den Behörden akzeptiert.

Da schneidet Passfotos von FOTO-Express in der Bewertungsskala schon besser ab. Die Erklärungen der iPhone- und iPad-App sind umfangreich, die Bedienung – auch dank automatischer Gesichtserkennung – dagegen sehr einfach. Und für 3,95 Euro kann man sich die Bilder wirklich günstig drucken und zusenden lassen.

 

 

Grundsätzlich lassen sich Passbilder problemlos zu Hause erstellen. Allerdings erfordert es etwas Übung (und einen passenden Hintergrund), um brauchbare Bilder zu erhalten. Auch die Druckqualität ist ein wichtiger Faktor. Hochwertiges Fotopapier und ein Auflösung von mindestens 600 dpi sind angeraten.

 

 

* Genau dies passierte kürzlich meiner Schwester, die mich mit der Frage nach einer passenden Passfoto-App, zu diesem Artikel inspiriert hat.