Fotografie trifft auf Reality-TV: Photo Face-Off

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Reality-TV-Importe laufen im deutschen Fernsehen ja eher schlecht als recht – folgende Sendung würden wir allerdings nur zu gerne bei uns auf den heimischen Bildschirmen willkommen heißen: Photo Face-Off.

Photo Face-Off, produziert von Freemantle Media Asia für A+E Networks Asia, ist die erste Reality-TV-Sendung, die das Fotografieren zu einer Wettkampfdisziplin im Stil einer Castingshow macht. Auf den oder die Gewinnerin wartet ein Fotoauftrag in New York und die Teilnahme an der Canon Photo Clinic.

Canon ist der offizielle Sponsor der Sendung, deren erste Staffel 2014 beim History Channel Asia lief. Deswegen sind die Produkte des japanischen Unternehmens auch Bestandteil der einzelnen Challenges, denen sich die Kandidaten stellen müssen.

 

Das war die erste Staffel

In fünf Folgen musste sich je ein Kandidat Aufgaben in den drei Kategorien „Speed“, „Theme“ und „Extreme“ stellen. Der Sparringpartner hieß jedes Mal Jason Mott, ein US-amerikanischer Profifotograf, der seit Jahren in Vietnam lebt.

Jia Jun durfte sich als erster Amateur mit dem Profi messen. Seine Heimat Singapur musste als Location des Wettkampfs herhalten. Nach Fotoshootings in einem Szene-Restaurant, in den Gardens by the Bay und auf einer Slackline, stand der Gewinner der ersten Folge und einer Canon 7D Mark II fest: Der junge Fotograf Jia Jun hatte die dreiköpfige Jury überzeugt.

In den folgenden Sendungen musste sich Mott dann gegenüber den anderen Amateuren in Malaysia, Indonesien, Thailand und Vietnam behaupten und sich dem Juryurteil, allen voran dem von Kevin Ou (=Heidi Klum), stellen.

Zum Schluss, in der finalen Folge, traten die fünf Amateure gegeneinander an. Christy aus Malaysia konnte sich hierbei gegen den Rest der Truppe durchsetzen.

 

 

Kritik

Wer sich für Fotografie interessiert und sich aus Gründen fehlender anderer Formate bislang „Germany’s Next Top Model“ angesehen hat, wird in Photo Face-Off seine lang ersehnte Fernsehserie finden. Ähnlichkeiten zu den Challenges, die die angehenden Models bewältigen müssen, sind vorhanden. Nur eben hinter der Kamera und ohne Zickenkrieg.

Echte Tipps finden sich hingegen selten und dann eher oberflächlich. Es wäre zum Beispiel schön zu erfahren, wie die Punkteverteilung der Kriterien „Composition“, „Use of light“, „Photo quality“, „Creativity“ und „Wow Factor“ zustanden gekommen sind.

Stattedessen erfährt man, warum dieses oder jenes Canon-Kameramodell für die einzelne Challenge gewählt wurde. Ein gelungener Marketing-Coup der Japaner.

 

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Wegen der positiven Resonanz, die Staffel 1 erhielt, wird bereits eine zweite Staffel produziert. Teilnehmen dürfen allerdings nur Kandidaten aus Singapur, Malaysia, Philippinen, Indonesien, Thailand und Vietnam.

Wer nun Lust bekommen hat Photo Face-Off zu gucken, bekommt eine kleine Auswahl auf der Photo Face-Off Seite des History Channel Asia.

 

Lesetipp: I’m the Resident Photographer on the First Ever Photo Reality TV Show