Wozu braucht man 3200 Megapixel?

Wozu braucht man 3200 Megapixel?

#234

 

Das iPhone 6 verfügt über acht, das Galaxy S6 – statt den erwarteten zwanzig – nur über sechzehn. Die Rede ist von der Menge an Megapixeln, in der die verbauten Kameras auflösen.

Standardmäßig bieten heutige Digitalkameras zwischen 16 und 20 Megapixeln, Mittelformat- und Vollformatkameras rangieren dagegen zwischen 30 und 60 Megapixeln. Letztegenannter ist ein Spitzenwert, den beispielsweise die Hasselblad H5D-60 vorweisen kann.

Günstiger bekommt man eine hohe Megapixel-Zahl beim Kauf entsprechender Systemkameras oder, bekanntermaßen, mit dem Nokia 1020, das immerhin mit 41 Megapixel auflöst. Zum Vergleich: Die Nikon D810 bietet hier nur einen Wert von 36,3.

Die günstigsten Auflösungswunder bietet hingegen die Firma Sigma mit ihren Kompaktkameras.

 

vista-half

 

Die größte Digitalkamera der Welt

Es geht aber noch besser. Denn gerade wurde der Grundstein zum Bau einer 3200 Megapixel-Kamera gelegt. Wortwörtlich, denn die „größte Digitalkamera der Welt“ ist nicht der Prototyp eines Massenprodukts, das irgendwann im Elektrofachmarkt liegt, sondern Teil eines riesigen Teleskop-Projekts. Für den Heimgeruch allein deswegen nicht geeignet, weil die Lichtverschmutzung unseres Nachthimmels abgelegenere Standorte erfordert. In diesem Fall hat man sich für den Cerro Pachón entschieden, einem Berg in Chile.

 

Das Large Synoptic Survey Telescope (kurz: LSST) konnte schon früh prominente Investoren an Land ziehen. So stiftete Bill Gates im Jahr 2008 zehn Millionen US-Dollar. Nun wird weiteres Geld gesammelt, um die Kamera fertig zu bauen. Sie soll dann 2022 in Betrieb genommen werden, um nicht weniger als mehrere Milliarden an neuen Objekten zu entdecken.

 

Camera_Layout-half

 

Letztendlich dient die Megapixel-reichste Kamera, die die Größe eines Autos haben und drei Tonen wiegen wird, aber vor allem diesem Ziel: Dem Mysterium der Dunklen Materie und der Dunklen Energie auf die Schliche zu kommen.

 

Mehr auf www.lsst.org

 

Fotos: LSST