Vorsicht: Fotografieren ist (manchmal) tödlich

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Mit dem Hochsommer rückt auch die diesjährige Urlaubssaison näher – genügend Zeit bleibt dennoch, um sich vorbereitend einem wichtigen Thema zu widmen. Damit ist nicht die Frage nach dem leichtesten Stativ für das Handgebäck gemeint oder die beste wasserdichte Kamera für den Strandurlaub. Nein, dieses Mal geht es um Sicherheit beim Fotografieren.

 

Tod durch Unachtsamkeit

Es ist keineswegs übertrieben zu sagen, dass fast wöchentlich ein Mensch, bei dem Versuch ein Foto zu schießen, tragisch ums Leben kommt. Und dabei handelt es sich nicht um Outdoor-Fotografen, die für aufwendige Fotoshootings die höchsten Berge erklimmen oder Unterwasser-Fotografen, die einen Schwarm von Tigerhaien in Szene setzen wollen. Speziell Touristen, also Amateure, scheinen Gefahren beim Fotografieren falsch einzuschätzen.

 

  • Am 03. August 2014 starb ein 29-jähriger Schweizer im Zittauer Gebirge bei Sachsen. Anscheinend war er beim Versuch ein Foto zu machen über eine Felskante und dreißig Meter in die Tiefe gestürzt. (Info >)
  • Noch viel tragischer war der Tod eines Ehepaares bei Cabo da Roca in Portugal am 09. August 2014. Die aus Polen stammenden Eheleute wollten ein Selfie von sich machen und stürzten, nachdem sie die Sicherheitsabsperrungen umgangen waren, in die Tiefe. Ihre zwei kleinen Kinder mussten den Unfall mit ansehen. (Info >)
  • Ein 25-jähriger Hobbyfotograf aus Frankreich starb am 03. Mai 2015 im Oberengadin. Auch er stürzte wohl beim Fotografieren über eine Felswand. (Info >)
  • Zu den neuesten Meldungen zählt der Fall des über 70-jährigen Deutschen, der in Venedig ums Leben kam. Als dieser ein Brautpaar fotografieren wollte, stürzte er in den Canal Grande. (Info >)

 

Tod durch Selfies

Einige werden solche Nachrichten vermutlich mit einem „Typisch Touri!“ kommentieren. Das Wort Tourist hat bei uns, unberechtigterweise, eine negative Konnotation und wird auch gerne mit „dumm“ gleichgesetzt. Dass aber nicht nur Touristen den Gefahren den Fotografie ausgesetzt sind, zeigen etliche Selfie-induzierte Unfälle.

 

  • Mitte April 2014 starb eine 17-jährige Russin beim Versuch ein spektakuläres Selfie zu schießen. Hierfür kletterte sie bei Nacht auf eine Eisenbahnbrücke in St. Petersburg, wo sie den Halt verlor und in die Tiefe fiel. Noch vor dem Aufkommen hatte sie, in der Hoffnung sich retten zu können, Halt an einem Starkstromkabel gesucht und einen tödlichen Stromstoß erhalten. (Info >)
  • Anfang August 2014 erschoss sich ein 21-jähriger Mexikaner in Mexico City. Eigentlich wollte er nur ein Selfie mit der Waffe in der Hand schießen, hatte aber nicht bemerkt, dass diese entsichert war. (Info >)
  • Auch Menschen „älteren Semesters“ kann ein Selfie zum Verhängnis werden. So geschehen einer Gruppe von Spaniern in den Mittvierzigern. Die fünf Personen hatten sich am Geländer einer Dachterrasse für ein Selfie positioniert, als dieses nachgab. Beim Sturz in der Höhe von sechs Metern wurden alle schwer verletzt. (Info >)

 

Die hier aufgeführten Meldungen spiegeln nur einen Teil der Fälle wieder, die sich in den letzten Monaten ereigneten. Daher unser Hinweis: Spektakuläre Fotos machen sich zwar gut in eurer Timeline, doch kein „Like“ ist ein Menschenleben wert. Snap safely!