Makrofotografie extrem: Das Smartphone als Mikroskop

Makrofotografie extrem: Das Smartphone als Mikroskop

#237

 

Smartphones sind über alle Grenzen hinweg in. Ob nun Haute Couture Paris oder Open Air in Wacken; als Spielekonsole der Kleinen, als Flirtmaschine für die Großen; mal nützliches Arbeitsutensil, dann reines Fashion-Accessoires … und natürlich als Objekt aller wissenschaftlichen Disziplinen.

 

Das Smartphone-Mikroskop der UCLA soll Krebs erkennen können

In der Nano- und Bio-Technologie wird seit langem daran gearbeitet, Smartphones in leistungsstarke Mikroskope zu verwandeln. In der Tat hatte man schon damals, als Smartphones noch Handys waren, erste Ergebnisse erzielt. Allen voran die UCLA-Forschungsgruppe rund um Prof. Aydogan Ozcan hat sich hierbei einen Namen machen können.

 

Foto: Ozcan Group 2014 (links) und 2009 (rechts)
Foto: Ozcan Group 2014 (links) und 2009 (rechts).

 

Die neueste Erfindung der Ozcan Research Group heißt/ist ein „Field-Portable Smartphone Microscopy Platform for Wide-field Imaging and Sizing of Single DNA molecules”.

Es handelt sich um das erste Smartphone-Mikroskop, das DNA abbilden kann. Und dabei passt das Gerät sogar noch in die Handtasche. Als Basis und Bedienungsoberfläche dient ein Windows-Smartphone. (Siehe Beitragsbild.)

Allerdings ist nach wie vor eine mobile Datenverbindung nötig (beim gedachten Einsatz in abgelegenen Regionen ein Problem), um Verbindung zu den Universitäts-Servern zu bekommen. Die Herstellung eines ähnlich großen Geräts, das vollkommen unabhängig arbeiten kann, wird wohl noch auf sich warten lassen.

 

Mit dem CellScope gegen Würmer

Was Samsung für Apple ist, ist Berkeley (University of California) für die UCLA (University of Los Angeles). Auch in Berkeley, nördlich der UCLA, arbeitet man eifrig an Smartphone-Mikroskopen. Und hat mit CellScope, Inc. bereits ein eigenes Startup auf die Beine gestellt. Das erste Produkt ist ein Otoskop, das als iPhone-Gadget entwickelt wurde.

Die neueste Errungenschaft ist das CellScope Loa, ein Gerät, das parasitäre Würmer erkennen kann. Wie auch das Ozcan-Modell ist es für Einsätze in abgelegenen Regionen gedacht und soll nun in Kamerun getestet werden.

 

 

 

Das Heimlaboratorium

Für den Hausgebrauch gibt es selbstverständlich auch Smartphone-Mikroskope. Wem der Makromodus seiner Kamera nicht mehr reicht, findet sowohl günstige Aufsätze, die sich einfach per Clip befestigen lassen, wie auch eigenständige Geräte, die sich per Wifi mit dem Smartphone verbinden.

 

Die Fotos zeigen zwei Modelle von DBPower.
Die Fotos zeigen zwei Modelle von DBPower.

 

Link:

The Ozcan Research Group

CellScope UC Berkeley