Vertical Video Syndrome kurieren: So dreht ihr eure Videos nachträglich

Vertical Video Syndrome kurieren: So dreht ihr eure Videos nachträglich

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Dem Spott kreativer Internetnutzer zum Trotz, gibt es immer noch Menschen, die beim Filmen mit dem Smartphone die falsche Richtung einschlagen, soll heißen die vertikale. Um den Fehler zu korrigieren, hilft auf die Schnelle nur den Kopfe beim Anschauen zu drehen.

Dumm nur, wenn das Video anderen via Notebook oder Fernseher gezeigt werden soll. Das mit dem Kopf Schief legen klappt hier zwar auch, ist auf die Dauer aber unangenehm.

 

Wer genug davon hat, beim Videoabend einen steifen Nacken zu bekommen, kann folgende Tricks ausprobieren:

 

Videos im Player drehen

Der beliebte und kostenlose Mediaplayer VLC hat die Lösung hierfür bereits integriert, so dass man auch ohne Video-Nachbearbeitung die richtige Perspektive erhält. Einfach den Player öffnen, unter „Werkzeuge“ den Menüpunkt „Effekte und Filter“ anklicken und dann in der Kategorie „Videoeffekte“ den Reiter „Geometrie“ auswählen. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten, um Videos zu rotieren:

Erstens, man setzt einen Haken bei „Transformieren“, was das Video um 90 Grad dreht bzw. finden sich andere Optionen beim Klicken auf den Pfeil. Zweitens, man setzt einen Haken bei „Drehen“ und stellt dann manuell, durch drehen des runden Schalters, den gewünschten Winkel ein.

Fortan werden alle Videos mit dieser Einstellung abgespielt – was sich auf dieselbe Weise, nur umgekehrt, wieder rückgängig machen lässt.

 

Videos mit VLC drehen
Videos mit VLC drehen.

 

Videos mit einem Editor drehen

Wer seinen vertikalen Film auf Dauer um 90 Grad rotiert haben will, kann dies mit einem Videoeditor hinbekommen. Im Netz finden sich viele gute, kostenlose Programme, die dies mit Leichtigkeit schaffen. Dazu gehört auch Lightworks, das sich damit brüstet kann, für Filme wie „Pulp Fiction“ oder „28 Days Later“ eingesetzt worden zu sein. Die Einstiegsversion ist kostenlos, benötigt aber eine Online-Registrierung. Nachdem die Registrierung abgeschlossen wurde und die 75MB leichte Datei installiert, kann man auch gleich loslegen.

Am schnellsten geht es, wenn man das gewünschte Video ins Projektfenster zieht und den Clip dann ebenfalls per „Drag & Drop“ in die Timeline verfrachtet. Im Vorschaufenster sollte nun das Video zu sehen sein. Unterhalb der Timeline bzw. per rechtem Mausklick auf den Clip findet man die „Effekte“. Unter „DVEs“ muss nun „3D DVE“ ausgewählt werden. Hier wird bei der Funktion „Rotation“ nun der richtige Winkel im Z-Wert eingetragen.

Das alles kann man dann speichern, sprich exportieren, und – das war’s!

 

Video mit Lightworks drehen
Video mit Lightworks drehen.

 

Anmerkung: Es gibt auch Freeware, die speziell für das Drehen von Videos gedacht ist. Hierunter fällt „Free Video Flip and Rotate“. Der Nachteil gegenüber Videoeditoren ist die geringe Bearbeitungsvielfalt – zudem kreidet Chip genanntem Programm eine unnötige Menge an Adware an.

 

Videos per App drehen

Auch in den Appstores von Apple und Google findet man eine Auswahl an Rotations-Werkzeugen. Allerdings funktionierte auf meinem Android-Telefon keine App wie gewünscht, so dass ich nur für iPhone eine App-Empfehlung aussprechen kann.

Video Rotate & Flip von Jin Jeon ist sowohl kostenlos wie auch ohne zeitliche Begrenzung, d.h. die Länge des Videos spielt keine Rolle. Dies kann im besten Kompatibilitätsmodus (auf anderen Geräten abspielbar) etwas Zeit in Anspruch nehmen.

 

Videos mit Video Rotate & Flip drehen.
Videos mit Video Rotate & Flip drehen.