Studie offenbart warum wir Fotofilter lieben

Studie offenbart warum wir Fotofilter lieben

#245

 

Bei Millionen von Fotos, die sekündlich ihren Weg in soziale Netzwerke finden, ist es ein Wunder, dass diese überhaupt noch wahrgenommen werden. Gibt es eine Formel, um Bilder erfolgreich zu teilen?

Eine Studie, die gerade veröffentlich wurde, gibt eine mögliche Antwort darauf. Und Fotofilter, kritischen Stimmen zum Trotz, spielen hierbei eine wichtige Rolle.

 

“Why we filter our photos and how it impacts engagement”

ist der Titel der Studie, die im Rahmen der 9. AAAI Conference vorgestellt wurde. Interessant an der Veröffentlichung ist auch die Erkenntnis, dass es sich hierbei um ein kaum erforschtes wissenschaftliches Thema handelt. Die Autoren Saeideh Bakhshi, David Ayman Shamma, Lyndon Kennedy, Eric Gilbert dürften dies nun geändert haben, lässt ihre kurzweilige Studie mehr Fragen offen, als dass diese beantwortet würden.

Um herauszufinden, ob und warum Fotofilter bei den Fotografen (Produzenten) und den Betrachtern (Konsumenten) beliebt sind, wurden sowohl qualitative wie quantitative Methoden angewendet. Erstere bestand aus insgesamt 15 Interviews, die die Perspektive der Produzenten beleuchten sollten. Die 60-minütigen Gespräche wurden mit 10 US-Amerikanern und 5 US-Amerikanerinnen zwischen 29 und 53 Jahren geführt.

 

Der Unterschied zwischen Semi-Profis und Amateuren

Diese kleine Gruppe wurde von den Forschern wiederum in Semi-Profis (“serious hobbyists”) und Amateure (“casual photographers”) unterteilt. Der Unterschied der Beiden besteht sowohl in der Intention des Fotografierens wie auch in der Nutzung von Fotofiltern.

Es ist kaum überraschend, doch nun auch bewiesen, dass die Semi-Profis im Vergleich zu den Amateuren eher sparsam mit Fotofiltern umgehen. Und wenn, dann um kleinere Fehler zu korrigieren. Die Handy-Kamera wird von ihnen meist nur für Schnappschüsse eingesetzt und sie besitzen Kenntnisse im Umgang mit Fotobearbeitungs-Software. Filter im Stil von Instagram sind in dieser Gruppe unbeliebt.

Für die Amateure ist die Handy-Kamera gleichzeitig die Hauptkamera. Fotografiert wird in erster Linie, um die Bilder im Nachhinein mit anderen zu teilen. Ihr Umgang mit Fotofiltern ist, verglichen mit den Semi-Profis, eher ungeplant weil Kenntnisse in der professionellen Fotobearbeitung nicht vorhanden sind.

Von den 15 befragten Personen, gaben sechs an Fotofilter fast immer einzusetzen, weitere sechs gaben an diese manchmal zu nutzen und drei wendeten Filter gar nicht an.

Hierbei wurden fünf Gründe genannt, warum Fotofilter eingesetzt wurden:

1) Ästhetik verbessern

2) Retro-Look kreieren

3) Objekte hervorheben

4) Farben zur Geltung bringen

5) Interessanter machen

 

Nutzung von Fotofiltern auf Flickr und Instagram

Für den quantitativen Teil der Studie wurden 7,6 Mio. Fotos untersucht, die zwischen 2012 und 2013 auf Flickr veröffentlicht wurden. Im Fokus standen jene, die per Instagram- oder Flickr-App auf die Plattform gelangten.

Per Rekonstruktion konnten die Forscher feststellen, ob und welche Fotofilter eingesetzt wurden. Zusammen mit der Zahl der Betrachter und den Kommentaren ergab sich folgendes Bild: Bilder die mit einem Fotofilter bearbeitet wurden, hatten 21% mehr Betrachter und eine 45%ige höhere Wahrscheinlichkeit kommentiert zu werden. (Natürlich wurde auch mit einbezogen, dass eine höhere Follower-Zahl und Nutzung von Tags zu mehr Betrachtern führt.)

 

Die Formel für das perfekte Foto?

Quantitativ lässt sich feststellen, dass das perfekte Foto über warme Farben verfügt, einen starken Kontrast aufweist und auch gut belichtet ist.  Allerdings nicht unbedingt alles zusammen.

Die Forscher sehen hierin die Farbtheorie bestätigt, wonach warme Farbtöne positiv wahrgenommen werden.

Zu viele Fragen bleiben offen – das weiß auch das Forscherteam. So lautet eine Frage: “Are filtered photos more engaging and fun because of the filters or simply because they are result of personal creations?”

Wir sind gespannt auf die nächste Studie!

 

Zur Studie: Why We Filter Our Photos and How It Impacts Engagement