Kurzfilm lässt Zuschauer das Erdbebengebiet in Nepal als Virtual Reality erleben

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Virtual Reality ist die Zukunft. Und das gilt auch für die Art und Weise, wie Nachrichtensender in Zukunft das Neueste berichten werden.

 

Noch nicht ganz angekommen

Die virtuelle Welt als narratives Medium ist – wie auch Computerspiele immer noch -, spärlich im Blickpunkt des akademischen Diskurses. Dies sollte sich schon bald ändern, drängen doch immer mehr VR-Geräte auf den Markt, hergestellt von Branchenriesen wie Oculus VR bis zu kleinen Startups wie Lucid.

Für den Normalverbraucher sind die hochpreisigen Brillen eher unattraktiv, aber selbst Googles Cardboard, das für unter 20 Euro angeboten wird, braucht noch seine Anhänger. Der Grund: Auch wenn die Anzahl der zur Verfügung stehenden Geräte wächst, fehlt es am nötigen Content, sprich Spiele, Filme etc., die einen Kauf attraktiv machen würden.

 

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Filmausschnitt von “The Nepal Quake Project”

 

Die Auswirkungen der Katastrophe in Nepal hautnah erleben

RYOT, ein kalifornisches Startup, das Nachrichten nicht nur publizieren, sondern seine Leser auch zum Handeln animieren will, hat mit seinem Nepal Earthquake Relief Projekt einen entscheidenden Schritt in Richtung innovativen Journalismus gemacht.

Hierfür wurde ein kurzer Dokumentationsfilm gedreht, den man sich auch auf der Oculus Rift DK1/DK2 ansehen kann. Und dieser beginnt in tiefer Schwärze. Dann die Stimme der US-Schauspielerin Susan Sarandon, die von der Katastrophe des 25. April 2015 erzählt. Fotos und Videos in 2D folgen bis man plötzlich selbst inmitten des Chaos steht.

Sehr viel besser hätte man diese “Geschichte“ wohl nicht besser aufbauen können. Denn nicht nur, dass der Unterschied zwischen alter und neuer Nachrichtenwelt sinnbildend eingesetzt wird, so ist der Schock durch die Aufhebung des passiven Zuschauens für den ein oder anderen vielleicht doch Anlass den Menschen vor Ort helfen zu wollen.

 

 

Lesetipp: Bernhard Friedl – Erzählen im Computerspiel (2014)