Google Fotos – Die beste Bildverwaltung seit langem?

Google Fotos – Die beste Bildverwaltung seit langem?

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unnamedWenig überraschend, dennoch ein Highlight war die Präsentation von Googles neuer Fotos-App auf der Google I/O 2015. Dass nun ein Grund weniger besteht Google Plus zu nutzen ist für den Internetkonzern wohl schmerzhaft, hatte man doch lange Zeit gehofft Facebook den Rang abzulaufen – ein Wunsch, der jetzt ein kleines bisschen mehr in die Ferne gerückt sein dürfte.

Die Nutzer hingegen profitieren von der neuen Fotos-App, was selbst treue Apple-Fans zum „Fremdgehen“ verleiten dürfte.

 

gfotosWas positiv ist

Das meistgepriesene Highlight von Google Fotos ist der kostenlose, unbegrenzte (!) Speicherplatz. In Anbetracht der Tatsache, dass Privatanwender Cloud-Dienste meist für den Zweck des Foto-Backups nutzen, macht sich Google bei der Konkurrenz sehr unbeliebt.

Zum Vergleich: Der sehr große Speicher von Yahoos flickr bietet „nur“ 1 TB (= 1.000 GB). Der Fotospeicherplatz von Amazon ist für Prime-Kunden (49 Euro/Jahr) ebenfalls kostenlos und unbegrenzt, Nicht-Mitgliedern stehen lediglich 5GB der Amazon Cloud Drive zur Verfügung. Noch kärglicher Fallen in der Regel die freien Speicher von Online-Diensten wie Dropbox aus. Das Unternehmen bietet 2GB, Microsofts OneDrive immerhin noch 15GB.

Ebenfalls positiv aufgenommen wurde die Art und Weise, wie Fotos verwaltet werden. Dank intelligentem Algorithmus stellt Google Fotos Alben nämlich selbst zusammen, je nach Wunsch Themenbezogen. Dank Gesichtserkennung lässt sich zudem schnell das richtige Foto finden. Picasa-Nutzern dürfte dieses „Gimmick“ bereits bekannt sein.

 

Was (vielleicht) negativ ist

Die Fotoverwaltung ist das Herzstück der neuen Google Fotos-App. Wer eine Bildbearbeitungs-Software sucht, ist hier fehl am Platz. Hier füllt Google Snapseed nun die entstandene Lücke.

Dergleichen bringt einem ein unbegrenzter Cloud-Speicherplatz wenig, wenn die nötige Bandbreite fehlt. Der US-Konzern setzt mit seinem kostenlosen Angebot sicherlich auch darauf, dass nur wenige Menschen dieses im hohen Maße nutzen.

Und natürlich ist die Skepsis groß, was Google mit den Fotos, die die Nutzer online speichern, anfängt. Die Gesichtserkennung wird ebenso kritisch beäugt, wie sie gelobt wird. Ein bisschen unheimlich ist es ja schon, wie präzise die App arbeitet.

 

google-fotos

 

Für Fotografen zu beachten ist

Der kostenlose, unbegrenzte Speicherplatz gilt übrigens nur für Fotos bis 16 Megapixel. Alles, was darüber hinaus geht, wird auf ein Speicherkontingent von 15GB angerechnet.

Diverse Fotoblogs haben sich der Kompressionsqualität von Google Fotos angenommen. Hier finden sich beispielsweise die Testergebnisse von PetaPixel und CNET Deutschland. Alles in allem, fällt das Urteil – besteht man auf die bestmögliche Auflösung – gegen Google aus.

Die aktuellen Google-Nutzungsbedingungen (vom 14.04.14) besagen folgendes:

„Bei einigen unserer Dienste können Sie Inhalte hochladen, einstellen, speichern, senden oder empfangen. Sie behalten alle bestehenden gewerblichen Schutzrechte an den Inhalten, die Sie in unsere Dienste einstellen. Kurz gesagt: Was Ihnen gehört, bleibt auch Ihres.“

Danach folgt allerdings dieser Passus:

„Wenn Sie Inhalte in oder über unsere Dienste hochladen oder einstellen oder in unseren Diensten oder über unsere Dienste speichern, senden oder empfangen, räumen Sie Google (und denen, mit denen wir zusammenarbeiten) das Recht ein, diese Inhalte weltweit zu verwenden, zu hosten, zu speichern, zu vervielfältigen, zu verändern, abgeleitete Werke daraus zu erstellen (einschließlich solcher, die aus Übersetzungen, Anpassungen oder anderen Änderungen resultieren, die wir vornehmen, damit Ihre Inhalte besser in unseren Diensten funktionieren), zu kommunizieren, zu veröffentlichen, öffentlich aufzuführen, öffentlich anzuzeigen und zu verteilen. Diese von Ihnen im Rahmen dieser Lizenz gewährten Rechte dienen ausschließlich zur Durchführung, Förderung und Verbesserung unserer Dienste sowie zur Entwicklung neuer Dienste.“

Selbstverständlich sind derartige Paragrafen keine Seltenheit, denn in erster Linie möchte man sich selbst vor etwaigen Klagen schützen. Für Fotografen, die Werke exklusiv anbieten, ist dies trotzdem ein Punkt der zu beachten ist.

 

 

Fotos: Google