Warum Smartphone-Fotografen auch China-Handys beachten sollten

Warum Smartphone-Fotografen auch China-Handys beachten sollten

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Zweifelsohne bieten die aktuellen Modelle von Apple, Samsung und LG die momentan besten Smartphone-Kameras. Doch nicht jeder hat das nötige Kleingeld, um sich mal eben ein Handy für 800 Euro zu besorgen. Und wer viel fotografiert, wünscht sich von seinem Smartphone vielleicht auch Eigenschaften, die keines der Spitzenmodelle liefert. Wie in etwa Akkuleistung. Auflösung. Robustheit. Oder einfach Unabhängigkeit.

 

P5000_photos_12Sie bieten längere Akkulaufzeiten

Während Samsung und Apple auf mehr Zoll und mehr Megapixel setzen, streiten sich die unbekannteren asiatischen Hersteller um die Vormacht im Bereich Akkulaufzeit. So ist die Zahl 5350 das erste, was Besucher der Elephone P5000 Produktseite zu sehen bekommen. Die Zahl bezieht sich auf den Akku, der ganze 5350mAh misst und – optimistisch gerechnet – das Telefon vier Tage am Laufen hält. Und weil der Akku so groß ist, wird das P5000 gleich noch als Powerbank beworben. Wer den Freund, der immer mit den Vorzügen des iPhone angibt, neidisch machen will, kann ihm dann ja anbieten, seinen fast leeren Akku aufzuladen.

Übrigens: Das Elephone P5000 gehört bereits zu den Power-Rentnern. Demnächst wird das Doogee S6000 wohl mit 6000mAh prahlen.

 

e8-gioneeSie bieten mehr Megapixel

Der chinesische Hersteller Gionee treibt den Wunsch nach mehr noch weiter. Nicht nur, dass das Modell Marathon M5 ebenfalls die 6000mAh knacken wird, den Angaben zufolge soll das Elife E8 eine Auflösung von 120 Megapixeln bieten. Es versteht sich von selbst, dass dies mit Hilfe von Interpolation funktioniert. Aber auch der Bildsensor hat mit 24 Megapixeln bereits viel zu bieten.

 

Sie bieten IP65-Zertifizierung – mit Stil

Beim Anblick des Samsung S6 Active fragt man sich, ob man eine Outdoor-Version des aktuellen Flaggschiffes nicht besser sein gelassen hätte. Es war zwar zu erwarten, dass kein gebogenes Display verbaut werden würde, aber ein bisschen eleganter hätte es dann doch sein können. So betitelte CHIP Online das S6 Active geradeheraus als „Hart, aber hässlich“. Wobei mit 3500mAh wenigstens die Akkugröße stimmt.

Wie man ein Ourdoor-Smartphone auch elegant hinbekommt, das bewies CUBOT bereits mit dem X10. Nun kommt bald das Nachfolgemodell heraus. Das CUBOT X11 ist ebenfalls IP65 zertifiziert, was zwar weniger Schutz bietet als die Samsung-Konkurrenz, dafür aber viel hübscher aussieht.

 

Sie bieten mehr Unabhängigkeit

Menschen, die viel reisen, bieten asiatische Smartphones eine Eigenschaft, die sich bei uns erst langsam durchsetzt. Und zwar: Platz für zwei Sim-Karten. In der Tat findet man in Asien kaum noch Handys, die nur einen Sim-Kartenplatz bieten was auch damit zusammenhängt, dass nicht jeder Anbieter in jedem Gebiet ohne weiteres nutzbar ist.

Eine weitere positive Eigenschaft der vermeintlichen Billigheimer ist die Möglichkeit den Akku auszutauschen oder den Speicher per Micro-SD zu erweitern.

 

nubia_z9Nebenbei: Sie sind auch schön

Wenn man viel Wert auf Äußerlichkeiten legt, landet man letztendlich doch bei Apples iPhone. China-Handys werden hingegen oft als Kopien oder schlicht als hässlich abgetan. Dass dies nicht (immer) stimmt, kann man seit einiger Zeit beobachten. Zu den hübschesten zählt momentan das Nubia Z9. Das High-End-Smartphone von ZTE besticht durch seinen Bildschirm, der links und rechts fast randlos wirkt.

 

Aber

Auch wenn die beworbenen Eigenschaften auf dem Papier gut klingen, muss man sich darauf einstellen, dass die Realität oft mit Einschränkungen daher kommt. So bedeutet der starke Akku des Elephone P5000 auch, dass das Smartphone dicker ist und mehr wiegt. Ebenso schneiden die Testbilder der asiatische Smartphones, trotz höherer Megapixelzahl, oft weniger gut ab. Und auch die IP65-Zertifizierung des CUBOT X11 hielt dem Test von GizChina Deutschland (beste Quelle für alle, die sich für asiatische Smartphones interessieren) nicht stand.