Härtere Strafen für Gaffer gefordert

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Niedersachsens Innenminister möchte Gaffern einen Riegel vorschieben. Eine entsprechende Bundesratinitiative soll demnächst folgen.

 

Das Unglück von Bremervörde als Auslöser

Die Sommerzeit hat ihre Schattenseiten. Es ereignen sich in den warmen Monaten mehr Unfälle im Straßenverkehr als irgendwann sonst im Jahr. So auch am 5. Juli in Bremervörde. An diesem Sonntag raste ein Wagen ungebremst in eine gut besuchte Eisdiele, tötete und verletzte dabei Menschen. Für die kleine Stadt ein Schock, der nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird. Auch wegen der Vorfälle die am Rande des Geschehens für großen Unmut sorgten. Es klingt nahezu Bizarr, was im Nachhinein berichtet wurde. Da wurden zwei Polizisten während des Versuchs verletzt, einen Gaffer vom Fotografieren abzuhalten.

Der 25-jährige war leider nicht der Einzige, der nichts Besseres im Sinn hatte, als den Unfallort aufzunehmen. Er und viele andere, vor allem junge Leute, behinderten dadurch die Rettungskräfte bei der Arbeit.

 

Keine Seltenheit. Wenige Tage später ein ähnliches, wenn schon fast normales Bild, auf deutschen Straßen. Auf der A3, Anschlussstelle Rosenhof, verunglückte ein Motorradfahrer. Schnell bildete sich auch auf der Gegenfahrbahn ein Stau durch Gaffer, die einen Blick auf das Geschehene werfen und vielleicht noch ein passendes Foto für Facebook schießen wollten. Auch hier zeigten sich die Rettungskräfte, zu Recht, empört.

 

Bundesratinitiative nach der Sommerpause

Am meisten empört zeigte sich Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius nach den Vorfällen in Bremervörde. Ohne vorherige Absprache nutzte er die Landes Pressekonferenz, um laut über einen Gesetzentwurf gegen Gaffer nachzudenken. Das Fotografieren und Filmen von Unfallopfern soll, wenn möglich, verboten werden. Viel schwerer als die Behinderung von Rettungskräften wiege, so Pistorius, die hierdurch in Kauf genommene Verletzung der Menschenwürde. Die Würde des Opfers habe die absolute Priorität.

Eine Bundesratinitiative soll nach der Sommerpause folgen. Im Übrigen sollen auch Polizisten und Rettungshelfer nicht von dem Gesetz ausgeschlossen bleiben.