Gadget der Woche: LucidCam – Die 3D-Kamera, die VR erlebbar macht

Gadget der Woche: LucidCam – Die 3D-Kamera, die VR erlebbar macht

Eigentlich dachten wir ja, euch diese Nachricht frühestens nächstes Jahr überbringen zu können. Aber Lucid VR CEO Han Jin hat, in unserem Gespräch im März, tatsächlich nicht übertrieben. Seit Montag läuft die Indiegogo-Kampagne für seine LucidCam. Und selbstverständlich ist sie somit unser must-have Gadget der Woche!

 

Willkommen in der Zukunft McFly!

Dank Oculus Rift und der Microsoft HoloLens sind Themen wie Virtual oder Augmented Reality in aller Munde. Weniger technikaffine Menschen, dürften hier schon mal den Überblick verlieren. Zumal man sich gerade erst daran gewöhnt hatte, dass selbst das kleinste Kino mit neuester 3D-Technik ausgestattet wird.

Und dann sind da noch die Erwartungen, die Serien wie „Star Trek“ oder Filme wie „Zurück in die Zukunft“ schon lange geweckt haben. Wo stehen wir also heute?

 

Am Anfang steht (fast immer) die Brille

Auf das Holodeck oder den holografischen Hai, der uns auf offener Straße auf den 19. Teil von „Der Weiße Hai“ Aufmerksam macht, werden wir noch warten müssen. Dabei werden Hologramme schon länger auf Konzerten verstorbener Künstler und selbst Wahlkämpfen eingesetzt. Ein ähnliches System für Heimanwender, wie sie der TV-Serie „Wild Palms“ vorschwebte, ist aber nicht in Sicht. Am nächsten kommt diesem noch Microsofts HoloLens – aber wie der Name schon andeutet, ist das Erleben der zweiten Realitätsebene – hier lautet das Stichwort „Augmented Reality“ – an eben diese Brille gekoppelt.

 

Mit „Virtual Reality“ verhält es sich nichts anders, denn auch hier steckt man – obwohl schon in der 90ern ein großer Boom herrschte – noch in den Kinderschuhen. Eine Brille, ob nun von Oculus, Sony oder Samsung, ist nach wie vor die Voraussetzung, um in virtuelle Welten einzutauchen. Und wie schon damals, ist das größte Problem – Übelkeitserscheinungen – nicht gelöst.

 

Trotz allem, hat Virtual Reality in den letzten Monaten einen Quantensprung in Richtung Massentauglichkeit hingelegt. Cardboards und andere VR-Sehhilfen sind als Zeitschriftenbeilagen oder Werbegeschenke aufzufinden. Passende Filmchen kann man kostenlos auf YouTube betrachten. Fast wähnt man sich im Post-3D-Zeitalter.

 

Ach ja, was war 3D wieder? Tatsächlich ist die Technik inzwischen so weit, dass man 3D-Filme auf dem Fernseher auch ohne Brille ansehen kann. Als Zuschauer bleibt man aber an das gezeigte Bild gebunden, man kann nicht, wie bei VR, den Kopf in eine andere Richtung wenden, um tiefer in den Film-Raum einzutauchen oder eben mit den 3D-Objekten interagieren.

Was aber noch schlimmer ist: Seit Avatar im Dezember 2009 in den Kinos anlief, gab es keinen Film, der die Schönheit von 3D so perfekt für sich zu nutzen wusste.

 

Womit der Bogen zu unserem eigentlichen Thema gespannt wäre, der LucidCam.

 

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Die VR-Kamera für Endverbraucher

Denn wenn etwas deutlich geworden sein sollte, dann, dass letztendlich oft die Inhalte (neudeutsch: Content) über den Erfolg oder Misserfolg neuer Medien entscheiden. Denn ohne diese, sind VR-Brillen nur teures Spielzeug ohne Nutzwert.

 

Lösen lässt sich das Problem am besten dadurch, dass man entsprechendes Material selbst herstellt. So kann man 3D-Kameras im Eigenbau leicht selbst herstellen. Um den ganzen Raum darzustellen, braucht es hingegen Objektive mit einem größeren Sichtfeld. Hier stoßen selbst gebaute oder gekaufte 3D-Kameras an ihre Grenzen.

 

Kein Wunder, dass die LucidCam für sich den Titel beansprucht die erste VR-Kamera für Endverbraucher zu sein. Auch wenn Han Jin, aufgrund der Einschränkung auf „nur“ 180 Grad von einem „3D-mit Peripherie-Erlebnis“ spricht.

Für den Nutzer liegt der Vorteil in den geringeren Kosten. So wird die LucidCam momentan mit Rabatt für 299 US-Dollar angeboten – ein wirklich tolles Angebot.

 

Das Design der VR-Kamera ist schlicht und auf das Wesentliche reduziert. Bedient wird diese mit nur einem Knopf, der sowohl für Foto- wie auch Videoaufnahmen genutzt werden kann. Und dank der geringen Größe (131x68x26) passt die Kamera in jede Hosentasche.

 

Wer soll sich meine Videos ansehen?

Wer sich Sorgen darum macht, dass die, mit der LucidCam aufgenommenen, Videos von keinem angesehen werden können, der sei beruhigt. Abgesehen davon, dass die meisten Smartphones heutzutage per Cardboard & Co. entsprechenden Content darstellen können, besteht zusätzlich die Möglichkeit, die Aufnahmen in 2D umzuwandeln.

Und wer doch das ganze 3D/VR-Erlebnis teilen möchte, dem bietet Lucid beispielsweise das „Early Bird Plus“-Paket, das zwei Cardboards mitliefert.

 

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Und wo bleibt die Kritik?

Leider haben wir die LucidCam nicht selber testen können und können die tatsächliche Qualität nicht beurteilen. Zudem gibt es momentan kein uns bekanntes Vergleichsprodukt.

Was natürlich zu beachten ist, ist dass es sich um eine „echte“ Crowdfunding-Kampagne mit allen Risiken handelt. Noch ist der finale Prototyp nicht fertig (es können weitere Funktionen wie Streaming hinzu kommen) und niemand kann voraussagen, wie die Produktion verläuft.

Und ja, wie immer wurden Windows Phone-User von den App-Entwicklern außen vor gelassen ..

 

Wenn alles klappt, werden die ersten Kameras im Juli nächsten Jahres ihre neuen Besitzer erreichen. Mehr dazu auf Indiegogo >