Gadget der Woche: Gigaset ME – Das Smartphone „Made in Germany“

Gadget der Woche: Gigaset ME – Das Smartphone „Made in Germany“

Gigaset dürfte den meisten Lesern bekannt sein, allerdings nicht im Zusammenhang mit Smartphones sondern als Hersteller von DECT-Telefonen. Doch nun will die ehemalige Siemens-Tochter, die im Gegensatz zu ihrem früheren Mutterkonzern den boomenden Handy-Markt bislang außer Acht gelassen hat, mit gleich drei Modellen den Vorstoß wagen.

 

Rückblick: Mobiltelefone „Made in Germany“

Eine gefühlte Ewigkeit ist es her, dass Deutschland auf dem Mobiltelefonmarkt eine Rolle spielte. Als Siemens mit dem M55 ein richtig „cooles Ding“ vorstellte und der große Rivale Nokia hieß. Letztendlich konnten die Deutschen der übermächtigen Konkurrenz aus Finnland nichts entgegen setzen – zumal mit WAP-Technologie und PDAs die Weichen in Richtung intelligentes Telefon gestellt wurden. Inzwischen sieht es ganz so aus als würde auch der ehemalige Rivale in Vergessenheit geraten, denn Lumia Smartphones kommen nun von Microsoft.

Daher war es sehr überraschend, als Ende 2014 die Marke Linshof für Furore sorgte. Das elegante Smartphone „Made in Germany“ sollte 2015 auf den Markt kommen und konnte auf dem Papier überzeugen. Doch kaum hatten Bilder des schönen Linshof i8 die Runde gemacht, wurde das Projekt wieder aufgegeben. Und somit die Hoffnungen darauf, dass es irgendwann ein Smartphone aus Deutschland geben würde.

Wer hätte geahnt, dass nur wenige Monate später ausgerechnet Gigaset diese Aufgabe übernehmen würde. Und zwar relativ schnell.

 

Die Smartphone-Sparte von Gigaset

Die verlorenen Jahre scheint Gigaset nun im Eiltempo aufholen zu wollen. Statt zuerst auf ein Modell zu setzen, werden Käufer mit drei Smartphones beglückt (oder verwirrt?): Dem Gigaset ME, ME Pro und ME Pure. Ebenso tritt Gigaset nun als offizieller Partner des FC Bayern auf.

 

Das Gigaset ME

Als erstes der drei Android-Modelle ist nun endlich das ME auf dem Markt.

Betrachtet man dieses von der Seite, fühlt man sich an das iPhone 6 erinnert – von hinten betrachtet, geht es in Richtung Samsung Galaxy S6. Dennoch wirkt es keinesfalls wie eine billige Kopie, was an der guten Verarbeitung und dem hochwertigen Material liegt. Wie in etwa dem Gorilla Glass, das sowohl vorne wie hinten die sogenannte 2.5D “Krümmung” aufweist. Der Rahmen besteht, wie auch nicht anders zu erwarten, aus Edelstahl.

 

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Kamera

Für uns sind natürlich die Kamera-Details interessant. Und diese lassen sich – auf dem Papier – sehen. Die Hauptkamera hat eine Auflösung von bis zu 16 Megapixeln und bietet einen, laut Hersteller, „superschnellen SLR-Quality Autofocus“. Superschnell bedeutet in diesem Fall 0,16 Sekunden. Im Bereich Video bietet das Gigaset ME hingegen „nur“ 2K.

Die Frontkamera erfreut mit 8 Megapixeln und einer Weitwinkelfunktion.

Im Test von „Die Welt“ schneidet die Smartphone-Kamera allerdings nur mäßig ab. Insbesondere schwache Lichtverhältnisse machen dem ME hier zu schaffen.

 

Sensoren

Extrapunkte bekommt das Gigaset ME dagegen im Bereich Sensoren. Neben den, inzwischen als üblich geltenden, Bewegungs- und Fingerabdruck-Sensoren, ist ein Herzfrequenz- und ein UV-Sensor an Board. Hinzu kommt ein Infrarot-Sensor, den man normalerweise nur von Samsung-Geräten kennt.

 

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Weitere Details

Das 5-Zoll (1080×1920) Gigaset ME wird betrieben von einem Snapdragon-810-Prozessor (1,8 GHz/64Bit), dem 3 GB RAM Arbeitsspeicher und einem 3000mAh Akku. Dieser lässt sich dank Qualcomm Quick-Charge-Technologie schnell aufladen – genutzt wird hierfür der Micro USB 3 Typ-C Anschluss.

Eher ungewöhnlich, und neben den schwarzen Bildschirmrändern ein Hinweis auf seine chinesische Herkunft, ist der Dual Sim-Slot, der auch für die Speichererweiterung (bis zu 128GB) genutzt werden kann.

 

Designed by …

Vermutlich trifft das von uns gewählte „Made in Germany“ nicht so ganz auf das Gigaset Smartphone zu. Die bessere Überschrift dürfte, frei nach Apple, wohl heißen: Das Smartphone „Designed by Gigaset in Germany“ oder „Engineered in Germany“. Wenig überraschend, denn schließlich ist die Holding zu großen Teilen in chinesischer Hand.

Das spricht aber keinesfalls gegen das 469 Euro teure Smartphone, das auch bei Kleinigkeiten wie Verpackungsdesign oder dem mitgelieferten Headset überzeugt.

Mehr Infos auf gigaset.com